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 Martin Luther King und sein Traum heute

Gedanken seiner Nichte Dr. Alveda KingGedanken zum bekannten “I have a dream”.


Diese äußerte sie in einer Rede am 22. Juni 2010 bei einer Veranstaltung der „Arbeitsgruppe für die Menschenwürde“ im Europäischen Parlament.

"Meine Botschaft kommt aus meinen Herzen, aus Liebe zum Leben und zur Familie, und aus einer ererbten Verpflichtung, die Schwächsten der Gesellschaft zu verteidigen.

Meine Rede heute und meine Arbeit als Menschenrechtsaktivistin gehen von drei einfachen Wahrheiten aus:
1. Jeder Mensch verdient Respekt aufgrund seines Mensch-Seins.
2. Niemals kann das Leben eines Menschen weniger menschlich oder mehr menschlich werden.
3. Jedes menschliche Leben beginnt an seinem physischen Anfang.

Aus diesen drei Prämissen folgt, dass jeder Mensch, geboren oder ungeboren, Rechte hat und diese Rechte von der Gesellschaft und dem Gesetz geschützt werden sollten. Umkehr ist der erste Schritt zur Erlösung; sie ist auch der erste Schritt in der Veränderung einer Gesellschaft. Ich weiß das, weil ich in meiner Lebenszeit gesehen habe, wie sich meine Kultur, mein Amerika, verändert
haben.
So viel Blutvergießen, so viel Unglück ist geschehen - weil einige Leute in den Vereinigten Staaten meinten, die Afro-Amerikaner würden keinen Respekt verdienen. Wir wurden angespuckt. Wir wurden zusammengeschlagen. Und gelyncht. Wir würden getötet weil wir als weniger menschlich angesehen wurden. So geschieht es auch mit den Leben der ungeborenen Kinder - im Bauch werden sie heute gelyncht.
Der Rassismus unterdrückte nicht nur Afro-Amerikaner - er versengte auch die Gewissen der Unterdrücker. Manche Auswirkungen des Rassismus machten das Leben dieser Menschen scheinbar angenehmer, bequemer, und so überließen sie sich den Falschheiten. Sie wurden von diesen Falschheiten in gewisser Weise abhängig. Und so begannen sie an das zu glauben, was sie in ihren Herzen doch als falsch erkannten. Und so ist es auch heute mit den Lügen derer, die abtreiben.
Die Ungeborenen von heute sind die Schwarzen von gestern - am besten außer Sichtweite und weit weg von unserem Denken, damit wir uns möglichst wenig mit der Ungerechtigkeit, die wir verursachen, beschäftigen müssen. Das Problem der Abtreiber und ihrer Unterstützer ist aber das gleiche Problem, das die Rassisten und Segregationisten hatten: die Wirklichkeit. Ungeborene Kinder lassen sich nicht verstecken. Die Abtreibungsindustrie muss also denen, die sie ausbeutet und diskriminiert, die Menschlichkeit absprechen.
Aber was, wenn die Wegrationalisierung nicht mehr klappt, wie bei der Chefin einer Abtreibungsklinik, die ihren Beruf aufgab, als sie am Ultraschall eine Abtreibung beobachtete? Was, wenn die Wahrheit so klar und so stark wird, dass die Gesellschaft der Lüge nicht mehr gleichgültig gegenüber stehen und an der Lüge nicht mehr mitwirken kann? Dann müssen wir etwas tun, das eigentlich unserer Natur widerspricht: uns demütigen, das Falsche zugeben und unser Handeln verändern.
Das ist es, was mein Land auf die Bemühungen der Menschenrechtsbewegung hin gemacht hat. Amerika hat sich verändert, weil Amerikaner in ihrem Herzen berührt worden sind. In den Herzen, in die - wie es in der Bibel steht - Gottes Gesetz geschrieben ist. Wir können weghören, unser Gewissen ausschalten, uns indoktrinieren und zudröhnen lassen: Aber ein Gefühl für richtig und falsch haben wir alle. Dieses moralische Bewusstsein hat Amerikas Kultur in der Frage des Rassismus verändert.
Ich glaube, dass dieses moralische Bewusstsein jede Kultur in der Frage der Abtreibung ändern kann. Nicht über Nacht. Aber das Umdenken hat schon begonnen. In unseren Herzen wissen wir das. Zu lange haben wir weggeschaut. Wir wollten uns nicht engagieren. Wir hatten uns selbst überzeugt, dass die Menschen sich nie ändern werden in der Abtreibungsfrage.
Ich bin heute hier um euch zu sagen, dass das nicht stimmt. Ich habe die Veränderung erlebt, an mir selbst, an anderen und in meiner Nation.
Was bei der Sklaverei und mit dem Rassismus geschehen ist, geschieht heute mit der Abtreibung. Die Mächtigen müssen für die Verfolgten eintreten – denn wir sind der Wächter unserer Brüder - und was ihnen geschieht, geschieht auch uns.
Dr. Martin Luther King Jr. schrieb in einer Gefängniszelle:
"Ungerechtigkeit egal wo ist eine Bedrohung der Gerechtigkeit überall." Ob ein Kind in Birmingham, Alabama, oder Birmingham, England, abgetrieben wird: Es ist immer ein Angriff auf die "geliebte Gemeinschaft", die meinem Onkel so wichtig war.
Mein Onkel Martin hatte einen Traum. Er malte sich aus, dass wir alle das erleben würden, was eigentlich selbstverständlich ist: Dass alle Menschen gleich sind. Er hat Amerika aufgerufen, das Falsche zuzugeben und zurückzulassen.
Heute rufe ich uns alle auf, egal welcher Herkunft, Rasse oder Religion, unsere Irrtümer zuzugeben und uns von ihnen abzuwenden. Ich glaube, dass die Verletzung des Rechtes auf Leben die größte Ungerechtigkeit ist, die wir heute erleben. Im Töten gibt es kein Mitleid. Wo man Menschen ihre Menschlichkeit abspricht, ist keine Gerechtigkeit.
Ich frage nur: Wie kann der Traum weiterleben - der Traum der Gleichheit für alle - wenn wir unsere Kinder töten? Wie kann der Traum weiterleben wenn wir anderen Menschwürde und Respekt verwehren? Wie kann der Traum weiterleben, wenn wir uns für diese Menschen nicht einsetzen?"


Amerikanisches Generalkonsulat Leipzig

Leipzig im Gespräch über den Black History Month mit regionalen Menschenrechtsorganisationen

Image 19. Februar 2010. Eine Delegation des Martin Luther King Jr. Zentrums für Gewaltfreiheit und Zivilcourage aus dem sächsischen Werdau traf sich mit James Seward, Konsul für öffentliche Angelegenheiten, zu einem Gedankenaustausch über den Einfluss von Martin Luther King in der ehemaligen DDR. ImageUnsere Gäste hoben die große Wertschätzung hervor, die King schon zu DDR-Zeiten erhielt sowie den Einfluss der Idee der Gewaltlosigkeit auf die ostdeutsche Friedens- und Menschenrechtsbewegung, die schließlich zum Fall der Mauer führte. Diese Ideale weiter respektierend, liegen die wichtigsten Themen der Organisation gegenwärtig bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Gewalt an Schulen. Das IRC ergänzte die Begegnung mit einer Vorstellung relevanter Produkte und Dienste. (siehe: Homepage des Generalkonsulats)

 



Joan Baez is going to join the Martin Luther King Center in Werdau/Saxony (Germany)


Deep common affinity towards nonviolence and peace during the last five decades

Zwickau/Werdau (Germany). After her exciting concert in the town hall of Zwickau on 25th of February George Meusel, chairman of the Martin Luther King Center in Werdau invited Joan Baez who is one of the
most outstanding activists of the Peace- and Civil-Rights-Movement movement to become a member of the Center of Peace and Civil Courage. Her answer arrived immediately in the same night: 'I would love to be a member ...'. Georg Meusel was excited about this immediate response and her dedicated estimation.

Joan Baez was fifteen years old when she listened to Martin-Luther-King once. In the same year she bought her first guitar. She took part in the civil rights activities - often side on side with Bob Dylan. In 1957 she declined to leave her classroom during an air-raid drill. In 1963, during the legendary March to Washington when Dr. Martin-Luther King delivered his famous speech 'I have a dream', she was in the midst and entered the stage to contribute her song. After taking part in a blockade of an army camp in 1967 she was arrested for a ten days time and in Europe her disks where banned from the American Chain 'PX Stores'. At Woodstock Festival in 1969 she defaced many grievances in our world.

George Meusel pointed out that there are many parallels with his own biography in the former East (socialist) Germany. He and his family
declined to take part in an atomic war drill as well; they stuck white paper made peace symbol (white doves) at their windows. And the ban of discs in all the East German music stores happened in 1975 as well: It was when the rock group 'Renft' came out with a song about the unarmed 'building soldiers' (that was a not so well known alternative to the military service for conscientious objectors). 'I reaped all the very last discs in a music shop at Werdau market place and distributed them later in our peace seminar in Koenigswalde' he remembers. But first of all he stressed out the widespread reception of Martin Luther Kings attitude by the grass-root peace and civil rights movement in East Germany that culminated in the non violent revolution in East Germany 1989.  'Tell me, where the flowers are' by Joan Baez and 'We shall overcome' by Pete Seeger which was often interpreted by Joan Baez became hymns of the East German Peace- and Civil Rights Movement.

'Blockade - yes ... it is only a fortnight ago that I took part in a blockade against a legalized march of Neo-Nazis through Dresden' tells
Meusel with a smile. The public prosecution department arose their preliminary investigation against him and others concerning this blockade
but finally dropped the investigation one week later.

'Tell me where the soldiers are? - over graves blows the wind' sang Joan Baez in German together with much of the audience of some 6000 in her concert in Zwickau. The president of the King Center Werdau hopes that some of them may have not only cultivated their nostalgic emotions but also expressed their hope that German soldiers may leave Afghanistan.



"My dear Christian friends in East Berlin"

Drei Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer besucht der amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King das geteilte Berlin. Er unternimmt einen unangemeldeten Abstecher in den Ostteil der Stadt. Der Zeitgeschichtler Stefan Appelius hat diesen heute noch wenig beachteten Abend rekonstruiert.

ImageGrenzübergang "Checkpoint Charlie", 13. September 1964. Eine  Limousine mit amerikanischem Kennzeichen hält an der Schranke. Im Fond des Wagens sitzen ein dunkelhäutiger Mann und seine Frau. Die Wachen erstarren: Es ist der weltberühmte Bürgerrechtler Martin Luther King, damals 35 ­Jahre alt, der vor gut zwei Stunden noch zum "Tag der Kirche" vor mehr als zwanzigtausend Menschen in der Westberliner Waldbühne gesprochen hat. Er werde in der Hauptstadt der DDR erwartet, sagt King, habe jedoch - ebenso wie seine Frau - leider keinen Ausweis bei sich. Niemand hat den Grenzern diesen Besuch angekündigt. Dem Soldat steht der Schweiß auf der Stirn. Er bittet um Geduld, verschwindet dann mit schnellen Schritten im Abfertigungsgebäude. Es dauert eine gute halbe Stunde, bis er zurückkehrt. Die Dame müsse leider aussteigen. Für den Herrn Pfarrer werde man eine Ausnahme machen. "Irgendwie" müsse sich der Amerikaner allerdings beim Grenzposten legitimieren. "Reicht Ihnen das?", fragt King und zeigt ihm seine Kreditkarte ("American Express") vor. Der Grenzer nickt. Dann öffnet sich die Schranke   ... weiter


Aus dem TAGESSPIEGEL vom 6.September 2009

Die Geschichte
Martin Luther King in Ost-Berlin

Grenzübergang „Checkpoint Charlie“, 13. September 1964, kurz nach 19 Uhr. Eine Limousine mit amerikanischem Kennzeichen hält an der Schranke. Im Fond sitzen ein dunkelhäutiger Mann und seine Frau. Die Wachen erstarren. Sie kennen den Mann, es ist Martin Luther King, das „Neue Deutschland“ hat über den amerikanischen Bürgerrechtler bereits berichtet, er gilt als ein potenzieller Bündnispartner im Westen. Er werde in der Hauptstadt der DDR erwartet, sagt King, leider habe er jedoch keinen Ausweis bei sich. Den haben ihm Mitarbeiter des State Departement zuvor abgenommen, um seinen Ausflug in den Osten zu verhindern.

Einer der Grenzer verschwindet im Abfertigungsgebäude. Es dauert eine gute halbe Stunde, bis er zurückkehrt. Die Dame müsse leider aussteigen. Für den Herrn Pfarrer werde man eine Ausnahme machen. „Irgendwie“ müsse sich der Amerikaner allerdings beim Grenzposten legitimieren. „Reicht Ihnen das?“, fragt King und legt seine American-Express-Kreditkarte vor. Der Grenzer nickt kurz   ...

 



Am Samstag, dem 4 April demonstrierten 10.000 Menschen auf der Wall Street gegen die Kriege in Irak und Afghanistan. Sie gedachten der visionären Vietnam Rede Martin Luther Kings 1967 und forderten anstelle der Kriegsausgaben höhere Investitionen in kommunale Erfordernisse. Beteiligt waren an diesem von der „Vereinigung für Frieden und Gerechtigkeit“ organisierten Demonstrationsmarsch Arbeiter, Aktivisten, Veteranen, Studenten, Immigrantengruppen, Familien von Militärs, religiös motivierte Menschen, Frauengruppen und kommunale Gruppen.

Interview mit Rev. James Lawson am 4. April 2009

Lawson war Mitbegründer des SNCC und Vertrauter von Dr. Martin Luther King.

Rev. Lawson, wie würden Sie die Dringlichkeit der Menschenrechte in der gegenwärtigen Situation beschreiben?
Das Thema ist heute dringlicher als 1960. Zum Teil ist es dadurch begründet, dass die Medien und unsere Regierung es heute besser verstehen als damals, den Amerikanern glaubhaft zu machen, dass es keinen Grund zur Sorge gibt und dass wir in keine Probleme haben. Wir sind da eine Ausnahme.

Präsident Obama scheint eine andere Richtung einzuschlagen als die Bush Administration, zugleich scheint er den US-Imperialismus in Pakistan, in  Afghanistan und im Mittleren Osten weiterzuverfolgen. Was meinen Sie dazu?
Meiner Meinung nach ist das ein Erbe der Vergangenheit: die Anbaufläche des Kapitalismus in den Vereinigten Staaten, das Pentagon, die wichtigsten Denkfabriken, bedeutende Gelehrte  usw. haben seit Jahren das Amerikanische Imperium entwickelt. Deshalb kann ein Präsident im Jahr 2009 nichts anderes sein als die Leitfigur eines Imperiums. Und das wird nicht entschleiert, wenn wir, das Volk, es nicht enthüllen.

In Europa ist Obama gerade dabei, weiteren Ländern den Beitritt zur NATO in Aussicht zu stellen. Und aus G8 ist inzwischen G20 geworden mit noch mehr Protest und mancher davon ist gewaltsam geworden.
Die Strukturen des Imperiums sind von Grund auf Strukturen des Todes:  Das gilt für den Internationalen Währungsfonds, es gilt für die G20,  für die NATO, für die EU denn all das ist nur möglich auf der Grundlage von 500 Jahren Kolonialisation und auf dem Bestehen darauf, dass die Erde der Westlichen Welt gehört – den Banken und den Finanzinstituten. Insofern repräsentieren diese Institutionen nicht Leben sondern Tod. Sie repräsentieren nicht Gerechtigkeit sondern Ungleichheit. Sie können weder vom neuen Präsidenten noch von den Führern Europas erwarten, dass sie dies erkennen. Die Zusammenhänge sind systemimmanent.

Aus historischer Perspektive wirkt Martin Luther King zunehmend wie ein Messias. Manche sagen, die Menschen in den USA seien weniger daran interessiert, den Imperialismus zu bekämpfen als z.B. Menschen in Europa. Was würde Martin Luther King heute sagen?
Ich glaube, Martin LutherKing  jr. würde einige Dinge aufgreifen, von denen ich gerade spreche. Die Realität ist, dass Menschen in Europa sehr darin verwickelt sind, das Imperium der Vereinigten Staaten zu befriedigen. Europa hat in den letzten 40 Jahren keinen einzigen Staatsmann und keine einzige Staatsfrau hervorgebracht, die den Vereinigten Staaten gesagt hätten, dass es einen besseren Weg gäbe.

Befinden wir uns am Rande einer großen Veränderung?
Noch nicht. Wenn ich Millionen von Menschen auf Amerikas Straßen sehe, die auf Veränderung   dringen und auf Visionen, die eine neue Richtung anzeigen, dann fange ich an, davon zu sprechen, dass wir auf eine Wende zugehen könnten.  Wir haben einen Übergang zu gestalten von 500 vergangenen Jahren der Kolonialisation zu einer Welt aller Völker.  Mag es Gegner dieser Wende geben. Der Ruf nach Globalisierung ist einer der großen Rufe des Kapitalismus, dem es um eine Fortsetzung der Ausbeutung Afrikas unter anderem Namen geht. Martin Luther-King steht in der Westlichen Zivilisation für die Wirksamkeit gewaltfreier Mittel, mit denen  Veränderung erreicht werden können. Das ist die Botschaft, die unsere westliche Welt seit 500 Jahren nötig hatte. Und ich möchte ergänzen: 1936 sagte Gandhi bei einem Treffen mit Howard Thurman und Edward Carol Blackman von den Vereinigten Staaten, dass es sehr gut sein könne, dass der Schwarze Bürger Amerikas das Vehicle für Gewaltfreiheit wird und dass ausgerechnet er es vermag, die westliche Welt für Gewaltfreiheit zu gewinnen, wo es ihm selbst an Überzeugungskraft gegenüber dem Westen fehlt.

http://archive.wbai.org/files/mp3/090405_180001wbainews.MP3
http://www.btlonline.org/2009/wallstmarch040409.html



Dietrich Becker-Hinrichs in

Gewaltfrei Aktiv Nr. 35
Mitteilungen der Werkstatt für gewaltfreie Aktion , Baden

Thesen von H. W. Grosse  -  anlässlich des 40. Todestages von M. L. King, Jr., am 4.4.2008

Zur Aktualität des Erbes von Martin Luther King (1929-1968) – Folgerungen für uns heute


  • Konfliktbewältigung mit (rechtzeitig angewandten) politischen Mitteln muss wieder Vorrang erhalten vor militärischen „Lösungs“-Versuchen. Die Militarisierung unserer (Außen-)Politik muss als Weg in die falsche Richtung in Frage gestellt werden.

  • Die Chancen gewaltfreien Handelns zur Bekämpfung von Gewalt und Ungerechtigkeit müssen entdeckt und ausprobiert und auch gefördert werden.

  • Die wachsende Armut in unserem Land (und Armut weltweit) bei gleichzeitig bestehendem Reichtum muss wahrgenommen, öffentlich gemacht und bekämpft werden. (Dazu gehört auch die Verteidigung der Würde der Armen.)

  • Alle Formen der Ausgrenzung und der (zunehmende) Rassismus in unserer (Einwanderungs-)Gesellschaft müssen bekämpft werden. (Die Mittel für entsprechende Programme müssen erhöht statt gekürzt werden.)

  • Wir dürfen unsere Augen nicht verschließen vor dem Zusammenhang zwischen Armut, Krieg und Rassismus. Die Erkenntnis dieses Zusammenhanges verpflichtet uns zum Widerstand gegen menschenverachtende und menschenrechtswidrige Tendenzen im Bereich der Asyl- und Flüchtlingspolitik und in der Terrorismus-Bekämpfung.  

  • Schöpferischer Nonkonformismus und Zivilcourage und ggf. auch Leidensbereitschaft sind notwendig zur Benennung und Überwindung von Ungerechtigkeit.

  • Wir müssen eine Weltperspektive entwickeln, die nationale, ethnische, religiöse und soziale Grenzen überschreitet.

  • Sprechen für die, die keine Stimme haben – das ist die vorrangige Aufgabe derer, die sich an Jesus von Nazareth und an den Propheten der hebräischen Bibel orientieren.

  • Glaubwürdiges Christ-Sein ist nicht möglich ohne praktizierte Ökumene: die gemeinsame Parteinahme für Benachteiligte hat dann Vorrang vor der Verfolgung eigener Organisationsinteressen.

  • Haltet fest an Träumen! (Vision einer geschwisterlichen Weltgemeinschaft)



Hold fast to dreams                                         
For if dreams die
Life is a broken-winged bird
That cannot fly.

Hold fast to dreams
For when dreams go
Life is a barren field
Frozen with snow.


(Langston W. Hughes, 1902-1967, Harlem, New York City)


Martin Luther King Day

Der Martin Luther King Day ist ein US-amerikanischer Gedenktag für den im Jahre 1968 ermordeten Martin Luther King. Sein Geburtstag, der eigentlich am 15. Januar ist, wird mit speziellen Gedenkfeiern begangen; diese finden aber oft am offiziellen Nationalfeiertag statt, der auf den dritten Montag im Januar verlegt wird.

Schon 1968, nach Kings Ermordung, fingen die ersten Bestrebungen an, zu seinen Ehren, einen Feiertag zu erschaffen. Der afro-amerikanische Abgeordneter John Conyers aus Detroit brachte bereits in diesem Jahr einen entsprechenden Gesetzentwurf in den US-Kongress ein. In den 1970er Jahren schlossen sich Gewerkschaften der Unterstützungsbewegung an. Auch US-Präsident Jimmy Carter unterstützte die Bestrebungen. Eine Mehrheit fand das Gesetz jedoch erst 1983.

Die Gegnerschaft zur Erschaffung des Feiertags wurde angeführt vom US-Senator Jesse Helms, der in Frage stellte, ob King ausreichend wichtig für eine solche Ehrung sei. Ferner warf er King vor, gegen den Vietnamkrieg gewesen zu sein, und unterstellte ihm Sympathien für den Kommunismus. Auch Präsident Ronald Reagan war ein Gegner des Gesetzentwurfs. Erst nachdem der Kongress das Feiertagsgesetz mit einer Mehrheit beschloss, welche die Zwecklosigkeit eines Vetos unterstrich, gab Reagan nach und unterschrieb das Gesetz im Rosengarten des Weißen Hauses am 2. November 1983. Das erste Begehen des neu geschaffenen Feiertags fand am 20. Januar 1986 statt.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther_King_Day


Image
Am 12. Januar erinnerte ein Sonderstempel an den Bürgerrechtler Martin Luther King. Sein Traum bleibt auch 2007 aktuell, allen Fortschritten bei der Gleichstellung von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe zu Trotz.

Die MLK station, Postmaster, 300 E South st. Arlington TX 76004-9998, stempelt Sammlerpost. Ein Brief nach Deutschland kostet 84, eine Karte 75 Cent Porto: Für Einsendungen gilt eine Stempelfrist von 30 Tagen.


14.November 2006

Grundsteinlegung für Martin-Luther-King-Gedenkstätte in Washington

WASHINGTON
- In der US-Hauptstadt Washington ist am Montag der Grundstein für eine Gedenkstätte des bei einem Attentat ums Leben gekommenen Bürgerrechtlers Martin Luther King (1929 bis 1968) gelegt worden. King ist damit der erste Afroamerikaner, der in der National Mall in der Nähe des Weissen Hauses mit einem eigenen Denkmal geehrt wird.

US-Präsident George W. Bush erinnerte während der Grundsteinlegung an Kings Botschaft der Gerechtigkeit und Brüderlichkeit und dessen grosse Courage, die amerikanische Gesellschaft zu verändern und sich über Widerstände hinwegzusetzen. Der Weg zur Gerechtigkeit sei noch nicht vollendet, sagte Bush. Es gebe noch immer benachteiligte Menschen, arme Nachbarschaften und Vorurteile.

Die Gedenkstätte wird in der Nähe des Lincoln Memorials errichtet, wo King während seiner historischen Rede am 28. August 1963 seine Botschaft der Hoffnung "I have a dream" (Ich habe einen Traum) über das gleichberechtigte Zusammenleben von Schwarzen und Weissen verkündete.

Im Zentrum der 1,6 Hektar grossen Gedenkstätte wird ein rund zehn Meter hoher "Stone of Hope" (Stein der Hoffnung) stehen. Die Einweihung des rund 100 Millionen Dollar (78 Millionen Euro) teuren Denkmals ist zum 40. Todestag von King im Jahr 2008 geplant.

Quelle: swissinfo




Ron Williams, September 2006:

Martin Luther King - THE KING OF LOVE
 
Für viele der bedeutendste Amerikaner der je gelebt hat, denn er, der “sanfte Revolutionär”, bewegte mehr als Parlamente, Präsidenten und Generäle vermochten.

Er war Pastor aus Berufung. Geleitet von seinem unerschütterlichen Glauben an das Gute in jedem Menschen und der Überzeugung, daß Menschen aller Rassen durch praktiziertes Beispiel des gewaltlosen Aufstands befreit werden können von Unterdrückung, Intoleranz, Vorurteilen und Überheblichkeit, erreichte er die Aufhebung der Segregation in den USA und bewegte diese Nation und Millionen weltweit zum Nachdenken. Auf den Vorwurf ein Extremist zu sein, antwortete er: Jesus war auch ein Extremist für Liebe, Wahrheit und Güte.

Das Musical:
Am 4. April 1968 in Memphis, Tennessee fallen tödliche Schüsse auf ihn. In den knapp 18 Minuten, in denen sein Herz noch schlägt, zieht sein Leben vor dem geistigen Auge an ihm vorüber. In Sekunden-Bruchteilen vermengen sich verzerrte Bilder, Wahrheit und Illusion. S e i n Leben
Kindheit, Eltern, Ehe mit Coretta, Freiheitskämpfer, Freunde, Feinde, Malcolm X, der Nobel-Preis.
Er wird konfrontiert mit den eigenen Gefühlen, Leidenschaften, Gewißheiten, Unsicherheiten, Ängsten, Kämpfen, der Massenverehrung, Bedrohungen, Gefängnis, Klu-Klux-Clan, FBI, CIA, dem Weißen Haus. Und um seine Liebe zu praktizieren, nimmt er selbst den Tod bewusst auf sich.
Eines bleibt:
Er weiß, daß sein Weg richtig war und Menschenliebe die einzige Hoffnung für ein besseres Zusammenleben ist. Sein Vermächtnis an alle Menschen: “Love is the only force capable to transform an enemy into a friend.”

Die Musik
setzt sich aus verschiedenen Musikgenres zusammen. Von Gospelchören bis zu klassischen Spirituals, Country-Rock (KKK) bis zu Rap (Malcolm X) und Soulballaden wird KOL die Musik Amerikas der 60er Jahre bis heute umfassen..

Die Musicalstory „Martin Luther King - THE KING OF love”, die Geschichte des schwarzen Pastors und Bürgerrechtlers Martin Luther King jr.. Die Weltpremiere ist im Februar 2007 in Berlin. Wir haben uns bewusst für große Kirchen als Aufführungsorte entschieden.
Es ist eine bewegende, mitreissende musikalische Inszenierung. Sie zeigt uns, dass Kings Traum eines gewaltlosen Zusammenlebens von Religionen und Völkern nur möglich ist, wenn Liebe, Vernunft und Toleranz die Grundlage des Handelns sind.

Weil ich Martin Luther King jr. zutiefst verehre, habe ich diese Musicalstory geschrieben.

Der Schirmherr für dieses Projekt ist der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck

http://www.ron-williams.de/sites/act_theat_king_of_love.php


 

10.Oktober 2006
Kings Vermächtnis in Atlanta zu sehen


Berühmte Rede «I have a dream» ausgestellt

Mehr als 10'000 Dokumente und Memorabilien des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King sollen von Januar an in Atlanta ausgestellt werden.

Die Stadt sei stolz darauf, die Sammlung vom Auktionshaus Sotheby's ohne öffentliche Versteigerung zum Preis von 32 Millionen Dollar erworben zu haben, erklärte Bürgermeisterin Shirley Franklin. Demnach soll die Ausstellung im Historischen Museum von Atlanta den 78. Geburtstag des 1968 ermordeten King am 15. Januar 2007 markieren.

Zu sehen sind dann unter anderem Manuskripte der Reden des Bürgerrechtlers, darunter die berühmte Rede über seinen Traum von einer besseren Gesellschaft mit denselben Rechten und Chancen für Schwarze und Weisse. Briefe aus dem Gefängnis von Birmingham/Alabama, Notizblöcke sowie persönliche Gegenstände vervollständigen die Schau.

Im Sinne der King-Witwe
Ein Neffe Kings, Isaac Newton Farris, erklärte, die Verlegung der Sammlung ins Museum von Atlanta stehe ganz im Einklang mit den Wünschen seiner Tante Coretta King, der im Februar verstorbenen Witwe des Bürgerrechtlers.
(ap/horm)

http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2006/10/10/kultur/55767


24. Juni 2006
Martin Luther Kings Sammlung geht an College

Es sei «großartig, dass Atlanta seine eigene Geschichte umarmt», sagt der Bürgermeister der Stadt. Er reagierte damit auf eine Neuerwerbung des dortigen Morehouse College: den Nachlass des Bürgerrechtlers King.

Für das Privatarchiv des ermordeten Bürgerrechtlers Martin Luther King hat sich wenige Tage vor der Auktion ein Käufer gefunden. Demnach erwarb das Morehouse College, an dem King einst studiert hatte, die historische Sammlung für einen nicht genannten Preis.

Das New Yorker Auktionshaus Sotheby's teilte am Samstag mit, dass es die für den kommenden Freitag geplante Versteigerung gestrichen habe. Das College habe aber der weiteren Ausstellung der 10.000 Manuskripte und Bücher, darunter 7000 handgeschriebene Schriftstücken, bis zum Donnerstag zugestimmt.

Atlantas Bürgermeisterin Shirley Franklin freute sich über den Erwerb der Sammlung durch Morehouse. Er sagte: «Es ist großartig, dass Atlanta seine eigene Geschichte umarmt». Sotheby's Vizevorsitzender David Redden fügte hinzu, das Auktionshaus sei «begeistert, dass die Dokumente eines der größten Führer der Welt in die Stadt gehen, die King seine Heimat nannte».

Der Sohn des Bürgerrechtlers, Dexter King, sagte, er sei sich sicher, dass auch seine erst kürzlich gestorbene Mutter, Coretta King, diesen Ausgang gut gefunden hätte.

Sotheby's hatte sich seit Jahren bemüht, das Privatarchiv an eine Universität oder ein anderes historisches Institut zu verkaufen. Mehrere Interessenten schreckten jedoch vor den Auflagen von Kings Erben zurück, die Sammlung zwar ausstellen und einsehen, aber nicht schriftlich auswerten zu dürfen. Danach behalten Kings Erben das Copyright über alle 10.000 Dokumente in ihrer Hand.

Der Wert der Sammlung wurde von Sotheby's auf 15 bis 30 Millionen Dollar (bis zu 23,7 Millionen Euro) geschätzt. Sotheby's nennt sie «das wichtigste amerikanische Archiv des 20. Jahrhunderts in Privathand». Zu dem Nachlass gehören Predigten, Gebete und Aufzeichnungen aus der politisch aktiven Zeit Kings zwischen 1948 und seiner Ermordung 1968. Als besonders interessant gelten ein Religionsaufsatz, den er als 17-Jähriger zu Papier brachte, sowie seine Reaktion auf die Ermordung von Präsident John F. Kennedy 1963: «Wir stehen alle unter Schock». Auch ein Entwurf für seine größte Rede - «I have a dream» - ist in dem Archiv enthalten, ebenso wie das Manuskript für seine Dankesrede bei der Verleihung des Friedensnobelpreises 1964 in Oslo. (nz)

http://www.netzeitung.de/kultur/412336.html


07. Feb 2006
Zehntausende nehmen Abschied von Coretta King

Mehrere zehntausend Menschen haben der verstorbenen Witwe des US-Bürgerrechtlers Martin Luther King die letzte Ehre erwiesen. Sie wird in Atlanta beigesetzt.

Coretta Scott King wird am heutigen Dienstag in Lithonia nahe Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) bestattet. Zu der Beerdigung wurden auch US-Präsident George W. Bush und sein Vorgänger Bill Clinton erwartet. Mehr als 100.000 Trauernde zogen am Montag in der Ebenezer-Baptistenkirche am Sarg mit dem Leichnam von Coretta Scott King vorbei.

Zu einer Gedenkveranstaltung in Atlanta versammelten sich rund 1700 Menschen, darunter die Talk-Show-Moderatorin Oprah Winfrey. «Sie hinterlässt uns allen ein besseres Amerika als das Amerika ihrer Kindheit», sagte Winfrey über Coretta Scott King.

Die Witwe des Bürgerrechtlers Martin Luther Kings starb am 30. Januar im Alter von 78 Jahren. Ihrem 1968 ermordeten Mann blieb eine offizielle Trauerfeier versagt. (nz)

http://www.netzeitung.de/vermischtes/381190.html


03.Februar 2006
Martin Luther Kings Vermächtnis erstickt unter den freundlichen Worten

Nach Coretta Scott Kings Tod sagte der Präsident des Rechtshilfe- und Bildungsfonds des NAACP, Theodore Shaw: "Ich befürchte, die Leute könnten ihren Tod als Chance sehen, die Anliegen, für die sie, ihr Mann und andere gestanden haben, weiter zu antiquieren". Shaw fügt hinzu: "Jeder, der denkt, die Arbeit sei getan, ist entweder schrecklich dumm oder verschließt bewusst die Augen". In welcher Form sich seine ignorante Verblendung, seine bewusste Vermeidungsstrategie auch jeweils äußern mögen, Präsident Bush ist der Anführer jener Kräfte, die dafür kämpfen, Kings Vermächtnis - Aktivismus, soziale Gerechtigkeit, Frieden - rückgängig zu machen. Von Norman Solomon. (Znet 03.02.2006)

Lebenshaus Schwäbische Alb (http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/003536.html)


01.Dezember 2005
Busboykott in Montgomery vor 50 Jahren

ImageAm 1. Dezember 1955 geschah in der Stadt Montgomery/Alabama etwas, das sich zu einer spektakulären und erfolgreichen Aktion entwickeln sollte. Die 42jährige Afroamerikanerin Rosa Parks blieb einfach auf ihrem Platz im Bus sitzen, den sie laut Rassengesetz an einen Weißen hätte abtreten müßen. Für heutige Zeit sind die vor einem  gerademal halben Jahrhundert zurückliegenden Zustände kaum noch  nachzuvollziehen ähnelten sie doch sehr stark Bedingungen eines rassistischen Sklavenhalterstaates. Die Kette der Ereignisse welche Rosa damit jedenfalls auslöste führte letztendliche zum aufflamen und erstarken der afroamerikanischen Bürgerbewegung in den USA. Daher erhielt sie auch den Namen "Mutter der Bürgerrechtsbewegung". Am 25.10. 2005 verstarb Rosa Parks im Altern von 92 Jahren in Detroit.

Links zum Thema:
Lebenshaus Alb


14.12.2005
Rosa-Parks-Platz. Wedding.

Die Ecke Föhrer und Torfstrasse wird auf Wunsch einer Anwohnermehrheit im Sprengelkiez nach der kürzlich verstorbenen amerikanischen Bürgerrechtlerin Rosa Parks benannt. Eine offizielle Namensgebung ist erst fünf Jahre nach dem Tod eines "Namensgebers" möglich. Bis dahin soll es ein inoffizielles Schild geben."

(Information im "Berliner Abendblatt", Wochenzeitung für Wedding - Tiergarten, 14.12.2005, 8.Jg., Nr. 50)