Herzliche Einladung zum Vortrag mit Konsul James W.Seward, Us-Generalkonsulat Leipzig
 Am Donnerstag, den 24. Juni 2010 findet um 15:45 Uhr findet in der Jugendherberge Werdau, Jugendheimweg 1, eine öffentliche Veranstaltung mit Konsul Seward aus Leipzig statt, zu der das Martin-Luther-King-Zentrum herzlich einlädt.
Es handelt sich um einen Powerpointvortrag mit Diskussion zum Thema
"Von Lincoln bis Obama - Die Entwicklung der Bürgerrechte in den USA".
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www.friedensseminar.de | Für Samstag, den 19. Juni 2010 wird ab 10 Uhr zum Friedensseminar nach Königswalde eingeladen.
Thema:
"Aus-, Auf-, Zusammenbruch - wie wollen wir in Zukunft leben?"
Das Referat beginnt um 14 Uhr. |
| Buch Neuerscheinung
 | fremdes gelände
Neuland entdecken - das macht Spaß, aber auch Angst. Das Fremde auf der anderen Seite zieht an und stößt ab. Was ist stärker? Neugier oder die eigenen Vorurteile? Die Menschen hier, jung oder alt, mutig oder ängstlich, versuchen, ihre inneren Grenzen zu überwinden und im Fremden heimisch zu werden. Ob es gelingt?
Maika de Riese, geb. 1942 in Berlin. Kindheit in Freiberg/ Sachsen, lebte in Westberlin, Wien, Stuttgart, Hamburg, München und in einem Dorf in Oberbayern. Arbeit in Journalismus und Werbeagentur als Texter. Drei erwachsene Kinder. Lebt jetzt in Lettland.
ISBN: 978-3-937367-40-8 / Format: 11,5 cm x 18 cm / Info: Softcover; 150 Seiten Preis:€ 9,90 / Manuela-Kinzel-Verlag
Leseprobe Ein Ort mit M Bestellen |
| Das Wasser gehört allen
Torbogenfest des Martin-Luther-King-Zentrums mit Spiel und Spaß für Gerechtigkeit und Frieden
Werdau. Zum zwölften Torbogenfest des Martin-Luther-King-Zentrums Werdau mit Musik, Spiel und Spaß am Samstag, den 12. Juni 2010, gestalteten Kinder ein Singspiel nach dem afrikanischen Märchen von den Tieren, die Widerstand leisteten, als der Elefant das Wasser für sich allein beanspruchte. Ein Signal gegen den weltweiten Trend, das Trinkwasser und andere Naturgüter zu privatisieren. Den Gästen wurde eine von 70 originellen Propeller-Friedenstauben präsentiert, einem Geschenk aus der Friedensbewegung Karlsruhe, die im September 2009 zum 70. Gedenktag an den Kriegsbeginn dort angebracht wurden, sechs schwarze für die Kriegsjahre und 64 weiße für die Jahre ohne Krieg in Mitteleuropa.
Impressionen vom Torbogenfest
| Einladung zum 12. Torbogenfest in Werdau-West , Samstag, 12. Juni 2010
Für Samstag, den 12. Juni 2010 von 15 bis 22 Uhr, lädt das Martin-Luther-King- Zentrum zu seinem zwölften Torbogenfest am Damaschkeweg in Werdau West ein. Ähnlich wie in den vergangenen Jahren stehen Kinderüberraschungen, Speis und Trank sowie ab 17 Uhr Musik live mit Heike und Ronald auf dem Programm. Freunde, Nachbarn und der Siedlerverband der Stadtgutsiedlung sind an der Vorbereitung mitbeteiligt. Für die Kinder hat Andreas Wenig ein afrikanisches Märchen zum Mitmachen und Mitsingen von dem Elefanten, der das Wasser für sich allein behalten wollte, vorbereitet. Ab 15 Uhr können die Kinder selbst die Strohballenhütte für das Spiel, das um 17 Uhr beginnt, mitbauen. Jung und Alt sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
| Pressemitteilung der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen
Berlin, 18.05.2010
Marianne Birthler verabschiedete Dr. Martin Böttger, Leiter der Außenstelle Chemnitz
Am 18. Mai 2010 verabschiedete die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, den langjährigen Leiter der Außenstelle in Chemnitz, Dr. Martin Böttger, in den Vorruhestand. Dr. Martin Böttger führte die Außenstelle seit 2001. Marianne Birthler dankte ihm und betonte, dass er die Arbeit in der Außenstelle mit seiner Konsequenz und seinem Enthusiasmus entscheidend geprägt habe: „Der politischen Bildung und der Öffentlichkeitsarbeit hat Dr. Böttger von Beginn an einen hohen Stellenwert eingeräumt, was sich in der ganzen Region positiv ausgewirkt hat. Der Respekt und die Achtung, die er sich auch damit erworben hat, sind bei den Kolleginnen und Kollegen deutlich zu spüren.“ Bis zur endgültigen Neubesetzung der Stelle wird Lothar Raschker, bisheriger ständiger Vertreter von Dr. Martin Böttger, die Außenstelle kommissarisch leiten. Dr. Martin Böttger, Jahrgang 1947, hat schon früh seine Ablehnung des DDR-Regimes deutlich gemacht: Er verweigerte den Wehrdienst an der Waffe und wurde Bausoldat. Er engagierte sich in der Evangelischen Studentengemeinde und demonstrierte bereits in den 1970er Jahren offen gegen das SED-Regime. Er wurde mehrmals von der Staatssicherheit verhaftet und schließlich in Untersuchungshaft genommen. 1986 war er einer der Mitbegründer der Initiative Frieden und Menschenrechte. Die Staatssicherheit hatte auf ihn und seine Mitstreiter eine Vielzahl von inoffiziellen Mitarbeitern (IM) angesetzt. Im Herbst 1989 gründete er mit anderen das Neue Forum im damaligen Karl-Marx-Stadt und engagierte sich danach weiter politisch. Für seinen Beitrag zur Friedlichen Revolution und sein Engagement im vereinten Deutschland wurde Dr. Martin Böttger im Oktober 2009 mit dem Sächsischen Verdienstorden gewürdigt.
Steffen Mayer, Pressesprecher Pressestelle
www.bstu.de /
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| Abschied von Jazz-Legende und Bürgerrechtlerin Lena Horne
Eine große Trauergemeinde nahm am 15. Mai 2010 in New York Abschied von der Sängerin Lena Horne. Bei dem Gedenkgottesdienst in einer Kirche in der Upper East Side nannten ihre Freunde Horne eine Pionierin, die für viele Schwarze den Weg geebnet habe. Die Jazz-Legende und Mitstreiterin Martin Luther Kings war am 9. Mai 2010 im Alter von 92 Jahren verstorben. Die Sängerin, die afroamerikanische, aber auch indianische und europäische Vorfahren hatte, stand schon mit 16 Jahren in Harlem auf der Bühne. Sie war die erste Afroamerikanerin, die einen Langzeit-Vertrag in Hollywood bekam. Lena Horne setzte sich selbstbewusst gegen Diskriminierungen wegen ihrer Rasse zur Wehr und engagierte sich in der Bürgerbewegung. 1963 sang sie bei der letzten Rede des dann im Juni ermordeten Bürgerrechlers Medgar Evers und war im August unter Martin Luther King am Marsch auf Washington beteiligt. Sie trat auch gemeinsam mit Harry Belafonte auf und wurde mit mehreren "Grammys" ausgezeichnet.
Hier zwei historische Aufnahmen:
das "Stürmische Wetter" http://www.youtube.com/watch?v=Ng9GaokF1kM
und die vergnügliche Inszenierung aus der Muppets-Schau http://www.myvideo.de/watch/6263690/Lena_Horne
Infos zum Lebenslauf: http://de.wikipedia.org/wiki/Lena_Horne
| Ausstellung „Wir sind das Volk“ in der Hochschulbibliothek Zwickau eröffnet
Zwickau. Am Donnerstag, den 15. April 2010, wurde vor der offiziellen Feierlichkeit zur Eröffnung der Tage der Demokratie und Toleranz in der Hochschulbibliothek in Zwickau die vom Martin-Luther-King-Zentrum Werdau initiierte Fotoausstellung „Wir sind das Volk“ von Martin Naumann eröffnet. Rektor Prof. Dr. Karl-Friedrich Fischer und die Direktorin der Bibliothek, Dr. Steffi Leistner, sowie der Vorsitzende des King-Zentrums, Georg Meusel, sprachen Grußworte. Besonders anerkannt wurde, dass die Anregung, die Ausstellung in der Westsächsischen Hochschule zu zeigen, von Studierenden kam.
Meusel erinnerte daran, dass 1986, drei Jahre vor der Friedlichen Revolution in der DDR, auf den Philippenen eine gewaltfreie Bewegung den Diktator Ferdinand Marcos gestürzt hat, als sich fast zwei Millionen Menschen mit Blumen, Kerzen, Bibeln und bloßen Händen den Panzern entgegenstellten. Diese Revolution wiederum sei inspiriert gewesen vom gewaltfreien Widerstand der Tschechen und Slowaken 1968 auf dem Wenzelsplatz in Prag, wo mehrere tausend Menschen eine Sitzblockade gegen sowjetische Panzer durchgeführt hatten und nicht ein einziger den Panzern gewichen ist.
Der Fotograf Martin Naumann aus Großpösna schilderte, unter welchen dramatischen Bedingungen im Herbst 1989 seine Bilder von den Demonstrationen in Leipzig entstanden sind, nachdem man ihn bei der Leipziger Volkszeitung vom Dienstplan gestrichen hatte, und wie er sich geweigert habe, die Negative der Staatssicherheit zu übergeben.
Der Gründer und Leiter des Deutschen Zeitungsmuseums im Gutenbergmuseum zu Mainz, Dr. Martin Welke, hatte dem Martin-Luther-King-Zentrum Werdau die Ausstellung vermittelt. Prof. Dr. Gunter Krautheim, Nachfolger im Rektorenamt der Hochschule, sprach sich dafür aus, die Zusammenarbeit mit dem King-Zentrum fortzusetzen.
Die Ausstellung ist bis zum 12. Mai 2010 rund um die Uhr in der Glasfassade der Hochschulbibliothek Zwickau, Klosterstraße am Kornmarkt, zu sehen.
| Fotoausstellung "Wir sind das Volk - Fotos aus der Schublade"
King-Zentrum zeigt in der Hochschulbibliothek Zwickau Bilder der Friedlichen Revolution von Martin Naumann aus Leipzig
Zwickau. Noch vor der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der "Tage der Demokratie und Toleranz im Landkreis Zwickau" am Donnerstag, den 15. April 2010 um 17 Uhr im Alten Gasometer Zwickau eröffnet das Martin-Luther-King-Zentrum Werdau in der Bibliothek der Westsächsischen Hochschule Zwickau um 16 Uhr die
Fotoausstellung "Wir sind das Volk - Fotos aus der Schublade"
von Martin Naumann aus Großpösna bei Leipzig. Es handelt sich um fast 50 zum Teil großformatige Tafeln mit Bildern der Montagsdemonstrationen.
Martin Naumann war 1989 Pressefotograf bei der "Leipziger Volkszeitung", die ihn aber in diesen Wochen wegen politischer Unzuverlässigkeit beurlaubt hatte. Trotzdem war er während der Demos mit seiner "Praktika" unterwegs. Von der Fußgängerbrücke am "Blechkonsum" aus machte er sogar Aufnahmen mit Blitz. Es sind dies die einzigen bekannten Fotos, auf denen man auch Gesichter von Demonstanten in den ersten Reihen erkennen kann. Naumann hielt die Bilder unter Verschluss und weigerte sich nach Bekanntwerden sogar, sie der Staatssicherheit herauszugeben. Eines von Naumanns Fotos mit Demonstranten vor der Nikolaikirche zu Leipzig diente 2009 als Vorlage für die Sonderbriefmarke zum 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution.
Der Gründer und Leiter des Deutschen Zeitungsmuseums im Gutenbergmuseum zu Mainz, Dr. Martin Welke, hat die Ausstellung repräsentativ aufbereitet und gemeinsam mit dem Fotografen nach der Ausstellung in Mainz dem Martin-Luther-King-Zentrum vermittelt. In Leipzig hatte die Exposition zuletzt mehr als 6000 Besucher.
Durch freundliche Vermittlung des Rektorats der Hochschule und der Leiterin der Hochschulbibliothek Dr. Steffi Leistner kann die Ausstellung vom 15. April bis zum 12. Mai 2010 an der Glasfassade der Bibliothek in der Klosterstraße am Kornmarkt, von außen sichtbar, rund um die Uhr gezeigt werden. Bei trockener Witterung wird die Eröffnung open air durchgeführt, ansonsten im Foyer der Bibliothek. Der Fotograf Martin Naumann und der Vorsitzende des Martin-Luther-King-Zentrums werden Grußworte sprechen. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.
| Ausstellungseröffnung "Schwerter zu Pflugscharen" Werdau
Werdau. Am Sonntag, den 28. März 2010 eröffnete das Martin-Luther-King-Zentrum im überfüllten Gemeindezentrum der Lutherischen Marienkirche Werdau die Ausstellung "Der gefährliche Schmied" über die Schwerter-zu-Pflugscharen-Bewegung in der DDR. Die Eröffnung fand im Rahmen des diesjährigen Konfirmanden-Vorstellungs-Gottesdienstes statt. Der Vorsitzende des King-Zentrums Schorsch Meusel wies darauf hin, dass die Vision "Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Lanzenspitzen zu Sicheln schmieden und hinfort nicht mehr lernen, wie man Krieg führt", wortgleich bei den Propheten Jesaja und Micha vorkommt, also für die Autoren der biblischen Bücher doch sehr wichtig gewesen sein müsse. Er erinnerte an die umstrittenen Schwerter-zu-Pflugscharen-Aufnäher zur Ökumenischen Friedensdekade, die vor 30 Jahren zum ersten Mal stattfand.
Mit der Fahne entsprechend dem Verfassungsentwurf des Runden Tisches von 1990 demonstrierte er, wie "Hammer, Zirkel, Ährenkranz" gegen das Schwerter-zu-Pflugscharen-Symbol als neues Staatswappen ausgetauscht werden sollte, was dann wegen des Beitritts der DDR zur BRD nicht mehr zustande kam.
Vor dem Hintergrund deutscher Truppen in Afghanistan, dass Deutschland zu den Weltmeistern im Rüstungsexport gehört und der immensen deutschen Kleinwaffenproduktion, der Massenvernichtungswaffe unserer Tage, sei das Bemühen um "Schwerter zu Pflugscharen" weiterhin hochaktuell.
Die Exposition kann bis zum 25. April 2010 während der kirchlichen Veranstaltungen und während der Öffnungszeiten des Pfarramtes, Telefon 03761-2270, besichtigt werden. | 

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| Die Warteschlange auf die Einheit verkürzen
Akademietagung in Wittenberg ermutigt, Teilung durch frische Ideen zu überwinden
Wittenberg. Der Abstand in Warteschlangen betrage unter Westdeutschen 45 cm, bei Ostdeutschen 15 cm, gibt der Pfarrer, Kulturfunktionär, Literat und West-Ost-Wanderer Felix Leibrock aus Apolda in der leichtfüßigen literarischen Einstimmung in das schwerlastig erscheinende Tagungsthema „Stumme Krise –geteiltes Land – Die Deutsche Einheit braucht frische Ideen“
in der Lutherstadt Wittenberg zum Besten. Zu den mit der deutschen Vereinigung 1990 erhofften Lebensumständen dagegen ist der Abstand der Ostler erheblich größer als der Westler und scheint gegenwärtig noch größer zu werden.
Mehr als 60 Teilnehmer aus vorwiegend Ost, doch auch West, hatten sich vom 12. Bis 14. März 2010 zu der gemeinsamen Tagung der Evangelischen Akademien Meißen und Wittenberg zusammengefunden, ein letztes Projekt auf Initiative und unter Mitarbeit von Jörg Göpfert und Dr. Bettina Musiolek, bevor in Meißen deren Studienbereich „Arbeitswelt und Wirtschaft“ abgewickelt wurde.
Warteschlange und Wartezeit auf die Deutsche Einheit also verkürzen zu helfen, arbeiteten Referenten und Teilnehmer intensiv zusammen. In der Analyse stellten sie eine „Wahrnehmungsverzerrung“ in den überregionalen Medien fest, in denen der Osten nur als Objekt vorkomme und zumeist skandalisiert, als „etwas, was übel ist“, dargestellt werde, wie es Michael Thomas vom Institut für Sozialwissenschaftliche Studien Berlin ausdrückte. Rund 85 Prozent ostdeutschen Grundbesitzes sei in westdeutsche Hände gelangt und etwa ebenso viel der Eliten im Osten seien Westdeutsche. Ostdeutschland sei seit dem industriellen Kahlschlag hauptsächlich gesichertes Absatzgebiet und Gewinnschöpfungsregion für westdeutsche Unternehmen, so dass die öffentlichen West-Ost-Transferleistungen weitgehend als private Gewinne in den Westen zurückflössen. Durch den dadurch mit bedingten demografischen Wandel mit Geburtenmangel und Abwanderung breite sich im Osten ein „Flächenbrand von Schrumpfungsinseln“ aus.
Die Berliner Soziologin Ursula Schröter bemängelte, dass im deutschen Einigungsvertrag von 1990 und in den großen Medien das westliche als normal, das östliche als erklärungs- und rechtfertigungsbedürftig, als „schuldig“ dargestellt werde: „Die Erwerbsneigung der ostdeutschen Frauen verdrängt die Männer vom Arbeitsmarkt“, sei der hohe Anteil berufstätiger Frauen im Osten zum Zeitpunkt des Beitritts diffamiert worden. Überhaupt nahmen die Frauen „zwischen Anpassung und Widerstand“ sowie als „Akteurinnen des Wandels“ während der Tagung einen breiten Raum ein. Referate, Diskussionen, der Dokumentarfilm „Neuland“ von Daniel Kunle und Holger Lauinger und vor allem die Vorstellung von kreativen Projekten – „Zukunft erfinden“ - zeigten lautstarke Auswege aus der „Stummen Krise“, die doch in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig Gehör gefunden haben.
Während beispielsweise Milliarden-Förderprojekte, wie der „Cargo-Lifter“, im märkischen Sand versickerten, haben „Pioniere des Wandels“ langfristig lebensfähige mittelgroße Projekte auf den Weg gebracht oder „Paradiesvögel“ trotz vergeblichen Kampfes gegen die Fördermittelbürokratie Erstaunliches auf die Beine gestellt: 20 Beschäftigte der von der Schließung bedrohten Keksfabrik „Wikana“ in Wittenberg schafften es, die Beschäftigtenzahl auf 70 zu erhöhen. Mit dem Modellprojekt „Bürgerarbeit“ in Bad Schmiedeberg konnten mehrere hundert Arbeitslose in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse im gemeinnützigen Bereich gebracht werden. Das Traditionsunternehmen „Kjellberg“ Finsterwalde verhinderte, dass die hochmoderne Plasmaschmelzschneidtechnik, durch Manfred von Ardenne in der DDR entwickelt, nach Belgien verlagert wurde. Inzwischen hat die Firma eine „Fabrik für Ältere“ gegründet, in der mehr als 60 Arbeitslose wieder Lohn und Brot fanden. Die „Energiespargemeinde“ Zschadrass arbeitet fast vollständig mit erneuerbaren Energien sowie CO2-neutralen Heizungen und setzt die Gewinne für soziale Zwecke, wie Kindergarten und Schulspeisung, ein. Den Kampf um Fördermittel verloren haben ein Wisent-Züchter aus dem Leipziger Raum und zwei junge Männer, die im vogtländischen Oelsnitz Weinbergschnecken züchten. Und doch haben sie gewonnen, indem sie aus eigener Kraft, mit List, Witz und Phantasie existenzsichernde Kleinunternehmen gründeten.
„Der lange Atem einer Leidenschaft“, so charakterisierte Altbischof Christoph Demke den „Aufbruch ins Gelobte Land“ als einen „Aufbruch ins Ungewisse“ des Menschen zu Zeiten Abrahams bis zu dem heute unvollendeten Weg in die Deutsche Einheit. Er erinnerte an die Diesseitigkeit, die soziale Dimension des 1. Gebotes, das vor der glättenden Verkürzung durch Luther lautete: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus der Knechtschaft geführt hat“. Statt der permanent praktizierten „Krisenabwehr“ sollte heute ein Aufbruch zu etwas Neuem gewagt werden. Dem entsprach auch der Filmemacher Holger Lauinger. Den „Aufbau Ost als Nachbau West“ erklärte er für gescheitert. Unter Beifall fragte er die Tagungsteilnehmer zum Abschluss: Fördern wir Experimente mit offenem Ausgang und akteursorientiert? Fördern wir kulturelle Angebote jenseits von Rentabilität und totgesparter geistiger Wüsten? Fördern wir kleinteilig genug, statt direkt in die Krise führender großräumiger Monokulturen kleine regionale Kreisläufe? Fördern wir tatsächlich das Neue?
Schorsch Meusel, Werdau
| Ausstellungseröffnung
"Aufbruch zur Mündigkeit - Menschen der Zwickauer Region jenseits von Anpassung und Resignation"
Dienstag, 23. März 2010, um 14.15 Uhr in der Außenstelle des Clara-Wieck-Gymnasiums Zwickau, Platz der Deutschen Einheit 2
Die Wurzeln dieser Ausstellung liegen in einem Projekt der Religionsschüler des Clara-Wieck-Gymnasiums. Sie hatten damals das Thema "Christliches Handeln in der DDR" aufgearbeitet. Die jüngste regionale Geschichte wurde dokumentiert. Jetzt wurde die gesamte Ausstellung von einem kleinen Team neu überarbeitet und erweitert. Sie erhielt ein einheitliches Layout, das besonders Schüler ansprechen wird. Im Mittelpunkt stehen die Zwickauer Akteure der friedlichen Revolution.
Zehn Schwerpunkte möchte die Ausstellung aufzeigen:
- Die Akteure waren Menschen einer Laienbewegung (vorwiegend). Sie sahen sich als „Kirche von unten“, die aber das Dach der Kirche brauchten. Sie waren der Überzeugung, zum persönlichen Glauben gehöre auch eine politische Verantwortung. Sie hatten die Vision, dass die biblischen Themen Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit eines Tages die Gesellschaft verändern würden.
- Die Akteure haben freiwillig mehr getan als verlangt wurde oder vom Staat und Kirche erlaubt war. Sie waren Individualisten und zugleich Avantgardisten. Sie begannen, sich zu vernetzen und fanden im „Konziliaren Prozess“ eine juristische Plattform. So waren sie vor staatlichen Übergriffen geschützt.
- Die Akteure des „Konziliaren Prozesses“ waren zuversichtlich, dass gesellschaftliche Veränderungen kommen müssen. Dafür haben sie ihre Freizeit, die Wochenenden und Ferien geopfert, ihre Wohnungen geöffnet, ihre Ehepartner und die ganze Familie einbezogen. Ihr Engagement war ein ganzheitliches Geschehen.
- Die Akteure haben mit ihrer Beharrlichkeit und Kontinuität Langzeitwirkungen ausgelöst. Zuerst waren die Basisgruppen (Anfang der 1980er Jahre) wie kleine Friedenszellen (Hefe) mit der Sehnsucht nach notwendigen Veränderungen. Dann begannen sie, andere Menschen für diese Themen zu sensibilisieren und Öffentlichkeit herzustellen. Zuletzt wurde daraus eine um sich greifende Bewegung, die in der friedlichen Revolution von 1989 ihren Höhepunkt fand.
- Drei Phasen werden in der Dokumentation erkennbar
- eigenes Unbehagen und persönliche Erkenntnisse von untragbaren Missständen führten zur Bildung von Basisgruppen, - die Basisgruppen vernetzten sich im Konziliaren Prozess, - gemeinsam wurde Öffentlichkeit gesucht und der Weg von der Kirche auf die Straße beschritten.
- Die DDR missachtete die Menschenrechte und gewährte keine Glaubensfreiheit.
- Die Erinnerung ist exemplarisch und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Diese Bürger und Christen mit ihrem Engagement sollen nicht vergessen, sondern gewürdigt werden. Sie waren Menschen mit Stärken und Schwächen.
- Es soll von ihrem Mut und ihrer Zivilcourage gelernt werden. Die Verletzungen der Menschenrechte müssen stets neu gesehen, erkannt, benannt und gemeinsam dagegen vorgegangen werden.
- Was ist aus den Akteuren geworden?
Auf 28 Dokumentationstafeln werden über 30 Akteure dargestellt. Ihre Biografien sind mit Fotos aus ihrem bewegten Leben festgehalten worden. Markante Ereignisse ihres mutigen Handelns wurden dokumentiert. Dazu werden Kopien streng geheimer Unterlagen gezeigt, wo jeder nachlesen kann, wie diese Akteure von SED und Stasi als „Feinde“ angesehen, bearbeitet, bekämpft und zersetzt wurden.
| Dreharbeiten des MDR im Martin-Luther-King-Zentrum
Fernsehen bereitet Dokumentation über die revolutionierte DDR des Jahres 1990 vor
Werdau. Der MDR führte am Donnerstag, den 4. März 2010, im Martin-Luther-King-Zentrum Werdau dreistündige Dreharbeiten für eine Fernsehdokumentation über die DDR des Jahres 1990, also zwischen Friedlicher Revolution und dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland, durch. Der Fernsehjournalist Stephan Bischof führte vor laufender Kamera mit dem Vorsitzenden des King- Zentrums Schorsch Meusel ein ausführliches Zeitzeugengespräch. Der geplante Film wird eine Fortsetzung der vierteiligen Fernsehdokumentation "1989 - Aufbruch ins Ungewisse". Meusel nannte die Monate zwischen Januar und September 1990 das "wunderbare Jahr der Anarchie". Mit beispielsweise dem "Runden Tisch", der "Bürgerratswahl", dem "Werdau-Crimmitschauer Wochenblatt" als erster parteiunabhängiger DDR-Zeitung in Sachsen, mit einem Abrüstungsministerium und Auflösung einer Armee sei die DDR damals das basisdemokratischste, friedlichste und abgerüstetste Land der Welt gewesen. Er finde es tragisch, dass nichts davon in das vereinigte Deutschland eingeflossen sei. Von dem umfangreichen Filmmaterial werden, so Stephan Bischof, nur einige Minuten in die Gesamt-Fernsehdokumentation eingehen, da eine Vielzahl von Akteuren aus dem Demokratisierungsprozess der DDR des Jahres 1990 in Wort und Bild auftreten werden. Gedreht wurde in den Räumen der kleinen Dauerausstellung "Opposition, Repression und Friedliche Revolution in der DDR" des King-Zentrums vor der DDR-Flagge nach dem Verfassungsentwurf des Zentralen Runden Tisches, in dem das Emblem "Hammer, Zirkel, Ährenkranz" gegen das neu vorgesehene Staatswappen mit dem "Schwerter-zu-Pflugscharen"-Symbol ausgetauscht war.
| Joan Baez is going to join the Martin Luther King Center in Werdau/Saxony (Germany)
Deep common affinity towards nonviolence and peace during the last five decades
Zwickau/Werdau (Germany). After her exciting concert in the town hall of Zwickau on 25th of February George Meusel, chairman of the Martin Luther King Center in Werdau invited Joan Baez who is one of the most outstanding activists of the Peace- and Civil-Rights-Movement movement to become a member of the Center of Peace and Civil Courage. Her answer arrived immediately in the same night: 'I would love to be a member ...'. Georg Meusel was excited about this immediate response and her dedicated estimation.
Joan Baez was fifteen years old when she listened to Martin-Luther-King once. In the same year she bought her first guitar. She took part in the civil rights activities - often side on side with Bob Dylan. In 1957 she declined to leave her classroom during an air-raid drill. In 1963, during the legendary March to Washington when Dr. Martin-Luther King delivered his famous speech 'I have a dream', she was in the midst and entered the stage to contribute her song. After taking part in a blockade of an army camp in 1967 she was arrested for a ten days time and in Europe her disks where banned from the American Chain 'PX Stores'. At Woodstock Festival in 1969 she defaced many grievances in our world.
George Meusel pointed out that there are many parallels with his own biography in the former East (socialist) Germany. He and his family declined to take part in an atomic war drill as well; they stuck white paper made peace symbol (white doves) at their windows. And the ban of discs in all the East German music stores happened in 1975 as well: It was when the rock group 'Renft' came out with a song about the unarmed 'building soldiers' (that was a not so well known alternative to the military service for conscientious objectors). 'I reaped all the very last discs in a music shop at Werdau market place and distributed them later in our peace seminar in Koenigswalde' he remembers. But first of all he stressed out the widespread reception of Martin Luther Kings attitude by the grass-root peace and civil rights movement in East Germany that culminated in the non violent revolution in East Germany 1989. 'Tell me, where the flowers are' by Joan Baez and 'We shall overcome' by Pete Seeger which was often interpreted by Joan Baez became hymns of the East German Peace- and Civil Rights Movement.
'Blockade - yes ... it is only a fortnight ago that I took part in a blockade against a legalized march of Neo-Nazis through Dresden' tells Meusel with a smile. The public prosecution department arose their preliminary investigation against him and others concerning this blockade but finally dropped the investigation one week later.
'Tell me where the soldiers are? - over graves blows the wind' sang Joan Baez in German together with much of the audience of some 6000 in her concert in Zwickau. The president of the King Center Werdau hopes that some of them may have not only cultivated their nostalgic emotions but also expressed their hope that German soldiers may leave Afghanistan.
Joan Baez wird Mitglied im Martin-Luther-King-Zentrum Werdau
Tiefe innere Verbundenheit im gemeinsamen Friedensanliegen seit fünf Jahrzehnten
Zwickau/Werdau. Nach dem berauschenden Konzert der US-amerikanischen Sängerin Joan Baez, Ikone der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung in den USA, am Donnerstag, den 25. Februar 2010 in der Stadthalle zu Zwickau, lud Schorsch Meusel, Vorsitzender des Martin-Luther-King-Zentrums Werdau sie brieflich ein, Mitglied des Vereins für Gewaltfreiheit und Zivilcourage zu werden. Noch in der gleichen Nacht antwortete sie, "wenn es irgendeine Sache gibt, die ich tun muss, dann diese ..." Meusel zeigte sich glücklich über diese hohe Anerkennung.
Die damals 15jährige Sängerin hatte 1956 eine Rede Martin Luther Kings gehört. Im gleichen Jahr kaufte sie sich ihre erste Gitarre. Bald engagierte sie sich in der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung, oft gemeinsam mit Bob Dylan. 1957 weigerte sie sich, während einer Luftschutzübung ihr Klassenzimmer zu verlassen. 1963 trat sie während des legendären Marsches von Washington auf, wo King seine berühmt gewordene Rede "Ich habe einen Traum" hielt. Nach ihrer Teilnahme an einer Blockade vor einem Armeekomplex im Jahre 1967 wurde sie zehn Tage inhaftiert und in Westeuropa wurden ihre Platten aus der den Geschäften der amerikanischen Konsumgüterkette "PX Stores" verbannt. Auf dem Woodstock Festival 1969 prangerte sie die Missstände auf der Welt an.
 |  | Schorsch Meusel wies auf Parallelen hin, die es in der DDR und punktuell selbst in seiner Biografie gab. Auch er und seine Familie hatten sich geweigert, 1981 an einer Atomschlagübung teilzunehmen und statt dessen weiße Friedenstauben aus Papier an die Fensterscheiben geklebt. |
Nachdem die Leipziger "Renft Combo" 1975 einen Song über die den Waffendienst ablehnenden Bausoldaten in der DDR gemacht hatte, verschwanden die Schallplatten aus den Läden. "Ich ergatterte im 'Allegro' auf dem Markt in Werdau noch die letzten Bestände und brachte sie zum Friedensseminar Königwalde unter die Leute", erinnert sich Meusel. Vor allem aber brachte er zum Ausdruck, wie Martin Luther Kings Gedankengut in der Friedens- und Bürgerbewegung aufgenommen wurde und der Gedanke der Gewaltfreiheit in der Friedlichen Revolution einen Höhepunkt fand. "Sag mir, wo die Blumen sind" von Joan Baez und das oft von ihr interpretierte "We shall overcome" von Pete Seeger seien auch in der DDR zu Hymnen der Friedens- und Bürgerbewegung geworden. "Blockade - ja an einer solchen habe ich mich erst vor zwei Wochen mit Erfolg beteiligt, als es galt, in Dresden einen genehmigten Marsch von Neonazis zu verhindern", erzählt Meusel schmunzelnd. Die Staatsanwaltschaft habe per 19. Februar vom Ermittlungsverfahren wegen einer Straftat gegen ihn abgesehen.
"Wo sind die Soldaten hin - über Gräbern weht der Wind" sang Joan Baez in deutsch gemeinsam mit vielen der rund 6000 Konzertbesucher in Zwickau. Manch einer, so hofft der Vorsitzende des King-Zentrums, wird damit nicht nur Nostalgie gepflegt, sondern auch zum Ausdruck gebracht haben, dass die deutschen Truppen Afghanistan verlassen sollten.
| 20 Jahre Werdau-Crimmitschauer Wochenblatt – Ausstellung „Die Zeitungen der Friedlichen Revolution“ Im Januar 1990 erschien mit dem „Werdau-Crimmitschauer Wochenblatt“ die erste parteiunabhängige DDR-Zeitung in Sachsen. Bereits Ende 1989 waren in Erfurt, Rostock und Schwerin neue Zeitungsgründungen erfolgt. In den ersten Monaten des Jahres 1990 folgten „Die Andere“ in Berlin, „Die andere Zeitung“ in Leipzig und „Wir in Leipzig“ in den Metropolen sowie viele weitere. Bis zur Volkskammerwahl im März 1990 gab es mehr als 40 neue Periodika.
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Unter Druck. Die Zeitungen der Friedlichen Revolution – Aufatmen nach Jahrzehnten unter Pressezensur“ im Rathaus zu Werdau wurde am 5. Januar 2009 an die Gründung des „Werdau-Crimmitschauer Wochenblattes“ vor genau 20 Jahren erinnert.
Der damalige Hauptakteur Schorsch Meusel erinnerte als Zeitzeuge an „die wunderbaren Monate der Anarchie“ - die „Zeit der Runden Tische“, des noch vor der ersten freien Wahl in der DDR frei gewählte „Bürgerrates“ in Werdau, als es in der DDR ein Abrüstungsministerium gab, eine Armee und ein Militärpakt aufgelöst wurden und nach Jahrzehnten unter Zensurbedingungen mit parteiunabhängigen Zeitungen Pressefreiheit errungen wurde. Im Archiv Bürgerbewegung Südwestsachsen des Martin-Luther-King-Zentrums Werdau sind mehr als 50 Leute namentlich dokumentiert, die das Projekt „Unabhängige Zeitung“ des „Runden Tisches“ redaktionell, organisatorisch und im Vertrieb ehrenamtlich, einige wenige geringfügig honoriert, mitgetragen haben. Nicht gerechnet sind die Verfasser von Artikeln und die Ladengeschäfte wie Bäckereien oder Drogerien, die den Einzelverkauf unterstützten.
Unter den Gästen der Veranstaltung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung im Werdauer Rathaus befanden sich mehrere Zeitzeugen. Werner Wiedemann vertrat vor 20 Jahren in der vom „Runden Tisch“ benannten Gründungsgruppe „Unabhängige Zeitung“ das „Neue Forum“. Thomas Forbriger, Barbara Gabor, Wieland Pätz, Heike und Manfred Steinchen arbeiteten im Vertrieb und zum Teil auch inhaltlich mit.
Schorsch Meusel berichtete von den Anfängen, als es nur mit Unterstützung von Betriebsparteizeitungen möglich war, an eine Rolle Rotationsdruckpapier heranzukommen und die Redaktion vier Monate ohne Telefonanschluss auskommen musste. Trotzdem seien ihnen die 15000 Exemplare anfangs aus der Hand gerissen worden. Der alte „Lada“ vor der Druckerei in der Marienstraße Zwickau schräg gegenüber dem Dom konnte manchmal erst nach mehr als einer Stunde starten, weil er von zeitungshungrigen Menschen umringt war. „Wir reichten die Blätter aus den Fenstern und warfen die Markstücke auf den Rücksitz, weil wir keine Zeit hatten, sie einzustecken“, erzählte Schorsch Meusel von sich und seiner Mitstreiterin Sylvia Voigt. Mit der Zeitung sei anfangs so viel Geld erwirtschaftet worden, das die Macher nicht für sich selbst haben wollten, dass im März eine Nummer in riesiger Auflage weit über die Region hinaus kostenlos verteilt wurde, um die Gewinnsumme zugunsten der Leser abzuschmelzen.
Als die „bunte Papierlawine aus dem Westen anrollte“, sei es mit den Verkaufszahlen bergab gegangen und vor allem nach der Währungsunion, als nicht mehr viele Menschen für 90 Pfennig West eine Ost-Zeitung kaufen wollten. Nach sieben Monaten, am 10. August 1990 wurde das Blatt eingestellt, nachdem bereits mehrere vergleichbare andere Zeitungen aufgegeben hatten und wenig später alle anderen, die unter dem Druck der Konkurrenz aus Westdeutschland, die, bis auf das „Neuen Deutschland“, auch alle ehemaligen SED-Tageszeitungen an sich gebracht hatte.
„Mehr als ein historischer Augenblick war ihnen nicht vergönnt“, schrieb die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ später über die Zeitungen der Friedlichen Revolution. „Doch bedeutete es für uns auch Glück“, meinte Schorsch Meusel, „einen Moment bewegender Geschichte in diesem Land begleiten und mitschreiben zu können – buchstäblich, unter Druck und Schwarz auf Weiß“. Nach ihrem Start im Sächsischen Landtag zu Dresden wird die von der Bundesstiftung Aufarbeitung, vom Freistaat Sachsen und von der Stadt Werdau geförderte Ausstellung des Martin-Luther-King-Zentrums „Unter Druck – Die Zeitungen der Friedlichen Revolution“ erstmals in Südwestsachsen gezeigt, bevor sie deutschlandweit auf Reisen geht. Sie ist bis Ende Januar 2010 montags bis donnerstags 9-18, freitags 9-13 Uhr im Rathaus zu Werdau, Markt 10, zu besichtigen.
Kontakt: www.martin-luther-king-zentrum.de, Tel. 03761-760284.
| | Erstmalig Martin-Luther-King-Briefmarke in Deutschland Plusbrief der Deutschen Post zum 80. Geburtstag Martin Luther Kings und zum 45. Jahrestag seines Ost-Berlin-Besuches Aus Anlass des 80. Geburtstages von Martin Luther King und zum 45. Jahrestag seines Ost-Berlin-Besuches 2009 hat das Martin-Luther-King-Zentrum Werdau in kleiner Auflage von 250 Exemplaren einen „Plusbrief“ der Deutschen Post AG aufgelegt.
Das auf dem Briefumschlag aufgedruckte Postwertzeichen zeigt ein Foto von Martin Luther King im Gespräch mit schwarzen Studenten der Humboldt-Universität Berlin vom September 1964. Der Wertstempel, also die eingedruckte Sonderbriefmarke zu 55 Cent ist für Standardbriefe der Deutschen Post voll frankaturgültig, mit Zusatzfrankatur auch nach dem Ausland.
Es sind drei Varianten möglich:
- Postfrisch zum postalischen Versenden als Sonderbriefumschlag mit beliebiger Adresse an beliebigen Empfänger oder für Sammler postfrischer Ganzsachen,
- Gestempelt mit Ortsstempel Werdau, dem Sitz des Martin-Luther-King-Zentrums, ohne Anschrift für Sammler gestempelter Blanco-Belege,
- Gestempelt mit Adresse des Sammlers, postalisch echt gelaufen (mit Strichcode der Post).
Kontakt:
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können
| Ausstellungseröffnung „Die Zeitungen der Friedlichen Revolution“ im Rathaus zu Werdau
Am 5. Januar 2010 um 17 Uhr wird im Rathaus zu Werdau, in einer Begleitveranstaltung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung mit Zeitzeugenvortrag, die
Ausstellung „Unter Druck. Die Zeitungen der Friedlichen Revolution – Aufatmen nach Jahrzehnten unter Pressezensur“ eröffnet. Anschließend treffen sich damalige Mitarbeiter und Mitstreiter zu einem Beisammensein mit Austausch von Erinnerungen im Ratskeller. Vor 20 Jahren, in der Nacht zum 5. Januar 1990 rollte die erste Nummer des „Werdau-Crimmitschauer Wochenblatts“ bei den Grafischen Werken Zwickau durch die Rotationsdruckmaschine. In einer kleinen Veranstaltung auf dem Marktplatz zu Werdau wurde in Hochstimmung ein Exemplar der Zeitung am Luftballon in den Himmel gelassen, während eine „Freie Presse“, Bezirksorgan der SED-PDS, von einer durchschnittenen Schnur aus zu Boden sank. Das neue Blatt wurde zur ersten parteiunabhängigen DDR-Zeitung in Sachsen. „Ein Blatt für die Mehrheit – kein Blatt mehr vor den Mund“, verkündete optimistisch Hauptinitiator Schorsch Meusel, der gemeinsam mit einer kleinen Gruppe im Auftrag des Runden Tisches das Projekt auf den Weg gebracht hatte. In wenigen Stunden wurden 2000 Exemplare verkauft – Schlange stehen nach einer Zeitung. Von 15000 Exemplaren fanden locker 13000 ihren Abnehmer. Die Bedingungen waren extrem – eine Redaktion vier Monate lang ohne Telefonanschluss – doch der Hunger nach einer unzensierten Presse war groß und viele Menschen arbeiteten ehrenamtlich mit. Aber schon nach der Unabhängigkeitserklärung der „Freien Presse“ von der Partei am 18. Januar ging das Interesse an der Zeitungsneugründung zurück und erreichte nach den Einfall der bunten Papierlawine aus dem Westen und der folgenden Währungsunion einen Tiefpunkt, der zur Aufgabe des Vorhabens zwang. „Mehr als ein historischer Augenblick war ihnen nicht vergönnt“ schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung über die Neugründungen, die aus der Friedlichen Revolution geboren wurden. Und doch hat das „Werdau-Crimmitschauer Wochenblatt“, von vielen Lesern humor- und liebevoll „WCW“ genannt, wie die anderen neuen Periodika, die sein Schicksal teilten, die wunderbaren Monate der Anarchie der revolutionierten DDR des Jahres 1990 mit geprägt und begleitet. Am 5. Januar 2010 um 17 Uhr wird im Rathaus zu Werdau, in einer Begleitveranstaltung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung mit Zeitzeugenvortrag, die Ausstellung „Unter Druck. Die Zeitungen der Friedlichen Revolution – Aufatmen nach Jahrzehnten unter Pressezensur“ eröffnet. Anschließend treffen sich damalige Mitarbeiter und Mitstreiter zu einem Beisammensein mit Austausch von Erinnerungen im Ratskeller. Die Ausstellung des Martin-Luther-King-Zentrums Werdau wurde von der Bundesstiftung Aufarbeitung Berlin, der Sächsischen Staatskanzlei und der Stadt Werdau gefördert. Sie wurde erstmals am 3. November 2009 unter Schirmherrschaft von Landtagspräsident Matthias Rößler sowie im Beisein von Staatssekretär und Regierungssprecher Adolf Cohausz im Landtag zu Dresden eröffnet. In Werdau ist sie bis Ende Januar 2010 zu sehen und wird dann als Wanderausstellung bundesweit unterwegs sein.
| „Wunde Punkte –Wendepunkte“
Veranstaltung „20 Jahre Friedliche Revolution in Werdau“ am Freitag, 6. November 2009 19 Uhr in der St.Bonifatius-Kirche Werdau
Ein Missstand muss erst untragbar und offenkundig werden, bevor eine Änderung gegen den Willen der jeweils Mächtigen möglich wird. „Wunde Punkte“ können also erst zu „Wendepunkten“ werden, wenn die Wunde nicht mehr heilbar ist. Kritische Bürger aus dem Raum Werdau hatten starken Anteil daran, gesellschaftliche Missstände öffentlich zu machen und auf Veränderungen zu drängen. Seit 1987 zogen die „Marienkäfer“, die Junge-Gemeinde-Band der Marienkirche Werdau, mit ihren gesellschaftskritischen Songs durchs Land und legten den Finger vor allem auf die Wunden der gestressten Umwelt. Im Januar 1989 traf sich der Vorbereitungskreis des Christlichen Friedensseminars Königswalde zu einer Klausurtagung und verfasste eine Eingabe an die Landessynode zu den bevorstehenden Kommunalwahlen, die in eine landesweite „Kanzelabkündigung" mündete. Als daraufhin im Mai 1989 die Wahlfälschungen in der DDR öffentlich gemacht wurden, trat die Unheilbarkeit des erstarrten Systems besonders auffallend zu Tage. Im zeitlichen Vorfeld und während der Friedlichen Revolution gab es eine Vielzahl weiterer Aktivitäten und Aktionen, von denen einige DDR-erstmalig oder DDR-einmalig waren. Beispiele sind der internationale Pilgerweg Königswalde-Dänkritz im konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, die Auseinandersetzungen am Gleisdreieck Steinpleis/Ruppertsgrün, den „Runden Tisch“, Friedensgebete und Demonstrationen, die „Menschenkette“, das „Werdau-Crimmitschauer Wochenblatt“, die Bürgerratswahl und eine Entschuldigungsveranstaltung der Volkspolizei.
Wir laden Sie zu der Gedenkveranstaltung zum 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution im Raum Werdau herzlich ein. In einer Powerpoint-Präsentation wird mit Fotos und Tondokumenten an die Ereignisse und Aktionen zwischen Januar 1989 und Frühjahr 1990 erinnert. Es wird auch Gelegenheit für Besucher sein, ihre Betroffenheit über erfüllte und unerfüllte damalige Erwartungen zu äußern. Die Veranstaltung soll dazu ermutigen, sich auch heute einzumischen und Mitverantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. Pfarrer Werner Klose als einziger der seinerzeit in Werdau agierenden kirchlichen Amtsträger, der noch hier lebt, führt durch das Programm. Als Gäste haben sich u.a. die damaligen Werdauer Superintendent Dr. Friedrich Jacob und Pfarrer Manfred Bauer aus Dresden angesagt. |  |  |  |
| "Unter Druck"
- Die Zeitungen der Friedlichen Revolution - Aufatmen nach Jahrzehnten unter Pressezensur -
Diese Wanderausstellung des Martin-Luther-King-Zentrums Werdau wird am Dienstag, den 3. November 2009 um 18 Uhr, im Sächsischen Landtag durch Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler eröffnet. Auf 22 Rollwänden behandelt die Exposition in einem Vorspann die Geschichte der Presse und den Kampf um Pressefreiheit.
Schwerpunktmäßig werden die Zensurgeschichte, einschließlich der "Schere im Kopf", die Behinderung der Kirchenzeitungen und das Samisdat in der DDR dokumentiert sowie die Entstehung der parteiunabhängigen Zeitungen im Verlauf der Friedlichen Revolution und in den Monaten der Demokratisierung 1990. Im Schlussteil werden das Ost-West-Leserverhalten sowie Chancen, Grenzen und Gefahren von Pressefreiheit in der Gegenwart kritisch beleuchtet.
Das Projekt wird gefördert von der Bundesstiftung Aufarbeitung, von der Sächsischen Staatskanzlei, der Stadt Werdau und dem Sächsischen Landesbeauftragten.
Dazu auch: Fotos von der Ausstellungseröffnung
Pressemitteilungen des Sächsischer Landtages Rede des Landtagspräsidenten zur Eröffnung der Ausstellung
Buchungen zum Ausleihen der Wanderausstellungen ab Januar 2010 sind jetzt schon möglich!
| 3. Ringvorlesung - am 17.11.2009
mit Rudolf Albrecht, Gründer des Meißener Friedensseminars und Mitglied im Martin-Luther-King-Zentrum
"1989/90 - 2009/10: Friedliche Revolution und deutsche Einheit in Sachsen - Akteure zwischen Konfrontation und Konzession"
Aus Anlass des 20. Jahrestages der friedlichen Revolution und der deutschen Einheit führt die Professur Politische Systeme, politische Institutionen im Wintersemester 2009/10 ihre traditionelle Vortragsreihe zur Thematik fort. Die 3. Ringvorlesung steht unter dem Motto: "1989/90 - 2009/10: Friedliche Revolution und deutsche Einheit in Sachsen - Akteure zwischen Konfrontation und Konzession". Sachsen war "Wiege" und "Kinderstube" des Aufruhrs gegen die SED-Diktatur. Ob im vogtländischen Plauen, wo bereits am 7. Oktober 1989 10.000 Menschen für Meinungsfreiheit und demokratische Wahlen demonstrierten, in Dresden, wo einen Tag später die "Gruppe der 20" einen "Dialog" mit der Staatsmacht eröffnete, oder am 9. Oktober in Leipzig, als 70.000 friedliche Demonstranten einen gerüsteten Staat in die Knie zwangen - der "deutsche Herbst" 1989 hatte ebenso sächsische Wurzeln wie der sich anschließende Umbruch hin zur deutschen Einheit.
Für die Protagonisten der Bürgerrechts- und Oppositionsbewegung war die friedliche Revolution 1989 eine Gratwanderung. Sie riskierten durch Zivilcourage viel, zeigten friedfertig Opposition, als diese verboten war. Die Vertreter der Staatsorgane versuchten durch massive Repressionen und marginale Reformen ihren Status zu wahren. Am Ende unterlagen sie dem "Ruf der Straße" nach Demokratie, Freiheit, Wohlstand und Einheit. Alle Beteiligten bewegten sich in einem Kontinuum aus Konfrontation und Konzession. Zwanzig Jahre nach der friedlichen Revolution und der deutschen Einheit reflektieren 16 sächsische Bürgerrechtler und Oppositionelle, Vertreter der SED, Akteure der Blockparteien und Wissenschaftler ihre Erlebnisse und Einschätzungen vor, zwischen und nach beiden Zäsuren. Die Ringvorlesung zeigt perspektivenreich, dass die damaligen Ereignisse in ihren Voraussetzungen und Verläufen keinem Automatismus folgten, sondern von verschiedenen Seiten begleitet und beeinflusst worden sind.
Die Veranstaltungen finden ab 13. Oktober jeweils dienstags 18 Uhr im Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude der Universität statt: Reichenhainer Straße 90, Raum N 012, 09126 Chemnitz.
Technische Universität Chemnitz/ Institut für Politikwissenschaft / Professur für politische Systeme, politische Institutionen Univ.-Prof. Dr. Eckhard Jesse Tel.: 0371 531-27720
| „Weg der Friedlichen Revolution“ in Plauen eröffnet
Ministerpräsident Tillich enthüllt erste Gedenktafel des Martin-Luther-King-Zentrums
Plauen. Am Abend des 7. Oktobers 2009 wurde im vogtländischen Plauen ein „Weg der Friedlichen Revolution“ eingeweiht, indem Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der frühere Superintendent Thomas Küttler die erste von acht Erinnerungstafeln an Aktionen und Ereignisse der Friedlichen Revolution in Plauen enthüllte. Es handelt sich um ein Projekt des Martin-Luther-King-Zentrums für Gewaltfreiheit und Zivilcourage Werdau, das auch von der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stadt Plauen gefördert wurde.
Die Tafel am Rathaus erinnert an die Demonstration der Plauener am 7. Oktober 1989, dem „Tag der Republik“ in der DDR. Nach der „Schlacht um den Dresdner Hauptbahnhof“ am 4. Oktober wurde dort durch Vermittlung von Thomas Küttler zwischen den bewaffneten Organen und fast 20.000 Demonstranten erstmalig eine Wende zur Gewaltfreiheit erreicht, bevor dies am 8. Oktober mit Unterstützung der „Gruppe der 20“ rund 20.000 Bürgern in Dresden und am 9. Oktober den etwa 70.000 Demonstranten mit den „Sechs von Leipzig“ gelang.
Die Veranstaltung in Plauen fand im Anschluss an die Grundsteinlegung für ein „Freiheitsdenkmal“ zur Erinnerung an die Friedliche Revolution in Plauen statt.
Das Martin-Luther-King-Zentrum hat mit Unterstützung verschiedener Fördergeber bereits in den Städten Werdau, dann in Crimmitschau und Zwickau im früheren Bezirk Karl-Marx-Stadt, jeweils etwa 15 Stationen auf ähnliche Weise dauerhaft markiert. Alle Erinnerungstafeln zeigen das auf biblische Prophetie zurückgehende Schwerter-zu-Pflugscharen-Symbol vor Schwarz/Rot/Gold, wie es Anfang 1990 im Verfassungsentwurf des Zentralen „Runden Tisches“ als Staatsflagge für die demokratisierte DDR vorgesehen war, bevor der Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland beschlossen wurde. Die Initiatoren dieser „Wege der Friedlichen Revolution“ wollen daran erinnern, dass sich die Friedliche Revolution nicht allein in den Metropolen vollzogen hat, sondern auch in der DDR-Provinz sich viele Bürger engagiert haben, um deren regionale Identität zu stärken und zu Zivilcourage heute zu ermutigen.
| Am Montag, dem 28. September 2009 verstarb nach schwerer Krankheit Achim Beyer.
Achim Beyer gehörte zu dem oppositionellen Kreis der Werdauer Oberschüler, die 1950 mit Flugblättern gegen das Todesurteil gegen Hermann Flade protestiert und zum Widerstand gegen die SED-Diktatur aufgerufen hatten. Beyer wurde am 4. Oktober 1951 im Landgericht Zwickau zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt, von denen er 5 Jahre verbüßen musste. Kurz nach seiner Haftentlassung floh er in die Bundesrepublik. Er gehörte in Erlangen zu den Mitbegründern der Studentengruppe "Collegia Politica" und zum Institut für vergeichende DDR-und Deutschlandforschung. In Erlangen war er 25 Jahre lang Vorsitzender des "Kuratoriums Unteilbares Deutschland". In diesen Arbeitsbereichen erschienen von ihm zahlreiche Publikationen. Wegen seiner deutschlandpolitischen Aktivitäten wurde er auch in der Bundesrepublik vom MfS überwacht und operativ bearbeitet. Nach dem Ende der DDR engagierte er über zwei Jahrzehnte als Zeitzeuge und Aufklärer über die SED-Diktatur. Bekannt wurde sein Buch "Urteil: 130 Jahre Zuchthaus. Jugendwiderstand in der DDR und der Prozess gegen die 'Werdauer Oberschüler' 1951", mit dem er den Blick der zeitgeschichtlichen Forschung auf den frühen Widerstand in SBZ und DDR lenkte. Literatur über Achim Beyer: Fricke, Karl Wilhelm; Steinbach, Peter; Tuchel, Johannes: Opposition und Widerstand in der DDR. Politische Lebensbilder. Verlag C.H.Beck, München 2002.
| Einladung zum Herbstseminar des Christlichen Friedensseminars
Liebe Freundinnen und Freunde,20 Jahre sind seit Ende des Kalten Krieges vergangen. Wir haben mitgeholfen, dass er stirbt, und ihn dann fröhlich zu Grabe getragen. Oder aber ist es nicht so, dass er immer noch lebt, in den Köpfen und Herzen rumort und da oder dort wieder aus seiner Gruft kriecht? Was ist aus all dem geworden, was wir uns erträumt, wofür wir gearbeitet haben? Was haben wir daraus gemacht? Was bleibt zu tun? Wie geht es weiter mit christlicher Friedensarbeit? Hat sie sich erledigt? Sind wir nur noch Fossilien? Das sind bei weitem nicht alle Fragen, die wir uns im Vorbereitungskreis stellten. Eine Antwort darauf will Hans Dijkman aus Laaren in Holland am 10. Oktober versuchen.
Er ist seit 30 Jahren ständiger Gast unseres Friedensseminars und diesmal zum Herbstseminar ist er unser Referent zum Thema:
„Christlicher Friedensdienst vor und nach der Friedlichen Revolution – wie gehen wir weiter?“
Dazu seid Ihr für Sonnabend, den 10.10.2009, sehr herzlich in die Königswalder Kirche eingeladen. Wir beginnen 14.00 Uhr mit dem Referat. Den weiteren Programmablauf lest Ihr auf der Rückseite. Mit Klaus Rohleder aus Waltersdorf gibt es abends eine Dichterlesung und Dick van Schaik aus Haardewijk – ebenfalls ein langjähriger holländischer Gast des Seminars – stellt Fotos aus, die er vor zwanzig Jahren hier in unserer Region gemacht hat. Ich hoffe sehr, dass Euch die Fragen bewegen und dass Ihr Lust habt, sie gemeinsam zu bedenken, darüber zu streiten und vielleicht auch aktiv zu werden.
Für Essen, Trinken und Kinderbetreuung ist wie immer gesorgt. Für letzteres wäre eine Anmeldung hilfreich. Wir freuen uns auf Euer Kommen und rechnen sehr auf interessante und fruchtbare Gespräche. Vielleicht, dass es uns alle anstößt weiterzugehen. Christus, der unser Friede ist, helfe uns dazu.
Schalom Eure Hansjörg Weigel und Alexander Leistner
Programm zum Download
| Am 07. Mai 2009 eröffnete der Ministerpräsident Stanislaw Tillich gemeinsam mit dem Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Michael Beleites, die Ausstelllung "1989 [UNSER AUFBRUCH] 2009".  Im Inneren eines umgebauten Linienbusses können die Besucher die Geschichte des Herbstes 1989 und den gesellschaftlichen Wandel bis in die Gegenwart verfolgen. Fünf Multimedia-Stationen geben Interviews von Zeitzeugen und historische Mitschnitte wieder. Zahlreiche authentische Sachzeugnisse geben einen lebendigen Eindruck der damaligen Ereignisse. Darüber hinaus können sich die Besucher über eine digitale Sachsenkarte interaktiv über das Geschehen in ihrer Region informieren. Die vom Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen konzipierte Ausstellung findet in Kooperation mit der Sächsischen Staatskanzlei und dem Deutschen Rundfunkarchiv statt. Die rollende Wanderausstellung wird von Mai bis November durch mehr als dreißig Orte in Sachsen reisen. Zudem wird sie in Berlin, Saarbrücken und Prag zu sehen sein. Nähere Informationen finden Sie hier .Der Ausstellungsbus macht vom 22. bis 26. Juni 2009 in Werdau, Kleine Burgstrasse, Station.Der Eintritt ist kostenlos, für Schüler werden Führungen angeboten.
| Das Martin-Luther-King-Zentrum Werdau sandte an US-Präsident Obama anlässlich seines Sachsen- Thüringen-Besuches in Form einer "Überflug-Botschaft" eine Grußadresse für die mögliche Überquerung der westsächsischen Region, wo sich das deutsche King-Zentrum befindet:
Überflug-Botschaft Dresden-Weimar
Sehr geehrter Herr Präsident,
wir freuen uns über Ihren Deutschland-Besuch und besonders, dass Sie mit Ihrem geplanten Aufenthalt in Sachsen und Thüringen auch in unseren regionalen Großraum kommen.
Auf Ihrem Weg von Dresden nach Weimar überfliegen Sie möglicherweise die Region, in der sich das Martin-Luther- King-Zentrum Werdau in West-Sachsen befindet. Wir sind eine kleine Einrichtung, jedoch das einzige Martin- Luther-King-Zentrum in Deutschland, das sich in die wenigen King-Zentren weltweit wie Atlanta/Georgia, Havanna/Kuba und Lausanne/Schweiz einreiht.
Mit unserer Arbeit knüpfen wir an das Gedankengut der Gewaltfreiheit Martin Luther Kings an, das seinerzeit viele Menschen in der Friedensbewegung in West- und Ostdeutschland inspiriert hat bis hin zu den Initiatoren und Multiplikatoren der Friedlichen Revolution in der DDR 1989.
Mit der Wahl eines schwarzen Präsidenten in den USA sehen wir einen der Träume Martin Luther Kings erfüllt. Wir begrüßen Ihre Wahl in dieses verantwortungsvolle Amt und wünschen, dass Sie mit Ihrer Autorität helfen können, Ihr Land und die Welt auch Kings Träumen von Gewaltfreiheit und nichtmilitärischer Friedensbewahrung in einem „Welthaus“ für alle Menschen ein Stück näher zu bringen.
Für Deutschland hoffen wir auf einen Abzug der amerikanischen Atomwaffen, für Europa auf den Verzicht auf einen Raketenschirm gegenüber Russland, für den Nahen Osten, Irak und Afghanistan auf Vorrang für politische Lösungen.
| PODIUM IM RATHAUS REICHENBACH / VOGTLAND
Folgen eines Verrats Als die Losung „Freiheit statt Sozialismus“ noch unter Strafe stand
Ab Mai 1978 tauchten in der Umgebung von Reichenbach auf Straßen, an Friedhofsmauern, Brücken und Bäumen Inschriften auf: „Klassenauftrag – Wiedervereinigung“, „Wir fordern die richtige Freiheit“, „Mauer weg“ und „Freiheit statt Sozialismus“. Die Staatssicherheit bezeichnete diese gesprühten Texte als „Hetzlosungen“ und legte den Operativen Vorgang „Landstraße“ an. Fieberhaft suchten nun die Stasi-Offiziere der Kreisdienstelle Reichenbach mit ihrem Heer von inoffiziellen Mitarbeitern nach dem „Täter“. Trotz Unterstützung durch die Polizei, trotz Rasterfahndung mittels Schriftvergleich, Fußabdrücken, Farbuntersuchungen, trotz Einsatz von Spürhunden und Kriminaltechnik gelang es über zwei Jahre nicht, den Verfasser der Losungen aufzuspüren. Über 3000 Personen wurden überprüft. Immer wieder tauchte eine neue Schrift an der Wand auf, insgesamt wohl 13 mal. Erst im Mai 1980 gelang dies dem IM „Schubert“. Nach einer Tanzveranstaltung erzählte ihm ein Mädchen aus dem Freundeskreis, die neunzehnjährige Sabine Popp, dass sie wüsste wer der „Täter“ sei. Auf sein ungläubiges und beharrliches Nachfragen erklärte sie ihm: „Ich bin es selbst“. „Schubert“, mit bürgerlichem Namen Holm Singer verriet Sabine Popp an die Staatssicherheit, die sie am folgenden Tag verhaftete. In den nächsten Tagen wurden noch ihre Schwester Sieglinde und ihr Freund Andreas Golega wegen Mitwisserschaft festgenommen. Kurzzeitig geriet sogar Holm Singer selbst in Haft, offenbar deswegen, damit niemand ihn als Denunzianten ausmachen konnte.
Wie diese Geschichte weiterging, erfahren Sie auf der Podiumsdiskussion
am Mittwoch, dem 20. Mai 2009, 19 Uhr im Rathaus Reichenbach, Ratssaal
Mitwirkende: Sabine Popp, Neumark / Sieglinde Popp, Dresden / Andreas Golega, Ludwigsburg / Dr. Edmund Käbisch, Pfarrer im Ruhestand, Zwickau / Dr. Martin Böttger, Außenstellenleiter Chemnitz der BStU
Moderation: Michael Beleites, LStU
Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation zwischen dem Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Sachsen, der Außenstelle Chemnitz der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und dem Zwickauer Hilfezentrum e.V. mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Reichenbach.
| Martin-Luther-King-Exponat in Essen
Philatelistische Dokumentation über den Bürgerrechtler und das thematische Umfeld
Das Exponat „Martin Luther King – Gewaltfreier Kampf für Gerechtigkeit und Frieden“ von Georg Meusel aus dem Martin-Luther-King-Zentrum für Gewaltfreiheit und Zivilcourage Werdau in Sachsen wird im Rahmen der Nationalen philatelistischen Ausstellung NABRIA '09 vom 6. bis 10. Mai 2009 auf dem Messegelände in Essen gezeigt. Auf 84 Blättern hat der Aussteller das Thema anhand von Briefmarken, Briefen und anderen postalischen Belegen aus mehr als 100 Ländern und einem Zeitraum zwischen 1863 und 2009, mit Zitaten und Kurz-Texten gestaltet. In diesem Jahr wäre Martin Luther King 80 Jahre alt geworden. Das Exponat behandelt die Geschichte der Afroamerikaner, Kings Vorbilder und geistige Wurzeln, gewaltfreie Aktionen der Bürgerrechtsbewegung der USA sowie Befreiungsbewegungen in anderen Ländern bis hin zur Friedlichen Revolution in der DDR vor nunmehr 20 Jahren. Auch Kings spektakulärer Ost- Berlin-Besuch vor 45 Jahren, als er dort zur Mauer Stellung nahm, ist dokumentiert.
Mit der ursprünglichen Version des Martin-Luther-King-Exponates hatte Georg Meusel, der in der Friedensbewegung der DDR beheimatet war, seit 1970 versucht, außerhalb von Kirchenmauern pazifistisches Gedankengut in der DDR zu verbreiten. Der Kulturbund tolerierte dies. Das Exponat wurde damals nicht nur auf regionalen und nationalen Ausstellungen gezeigt, sondern auch nach Wolgograd und zu Weltausstellungen nach Poznan und Prag delegiert. Die Neufassung wurde 2007 erarbeitet und erstmals auf einer trilateralen Ausstellung in Lubin bei Wroclaw gezeigt.
Das Martin-Luther-King-Exponat ist in der Ausstellung auf der Messe in Essen unter Nummer 4.10. zwischen 45 verschiedenen thematischen Objekten in Halle 5 in dem blau markierten Thematik-Block 4 zu finden.
Sowohl dort als auch auf der parallel stattfindenden internationalen Ausstellung IBRA '09 in Halle 11 können unter vielen anderen weitere Exponate mit christlicher Thematik, wie über Martin Luther, über Engel und Weihnachten besichtigt werden.
| „Weg der Friedlichen Revolution“ in Crimmitschau, Plauen und Zwickau
In den Städten Crimmitschau, Plauen und Zwickau markiert das Martin-Luther-King-Zentrum für Gewaltfreiheit und Zivilcourage Werdau aus Anlass des 20. Jahrestages einen so genannten „Weg der Friedlichen Revolution“. Dazu werden jeweils etwa zehn bis 18 Stationen, wo 1989/1990 besondere Aktionen und Ereignisse stattfanden, mit einer Erinnerungstafel markiert.
In Crimmitschau lädt Oberbürgermeister Holm Günther im Namen des King-Zentrums, von Vertretern der Lutherischen Kirche und der Katholischen Pfarrgemeinde für Dienstag, den 28. April 2009 um 16 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung in die St.-Franziskus-Kapelle ein. Anschließend wird dort die erste Tafel angebracht. Die Montage der anderen Schilder an städtischen, kirchlichen und privaten Gebäuden erfolgt dann in den nächsten Wochen.
Mit dem Projekt soll soll daran erinnert werden, dass sich die Friedliche Revolution in der DDR nicht allein in den Großstädten, sondern auch hier in der Provinz vollzogen und welchen unveräußerlichen Schatz Ostdeutschland mit der Friedlichen Revolution in die deutsche Einheit eingebracht hat.
Crimmitschau spielte, vor allem im Bereich der Kirchgemeinden und mit Gründung des „Neuen Forums“, im Vorfeld und im Verlauf der Friedlichen Revolution eine wesentliche Rolle. Schon in den ersten Monaten des Jahres 1989 hatten Bürger in Aufrufen und Eingaben gegen die Verwendung von radioaktiv strahlendem Wismut-Splitt im Straßenbau protestiert und sich mit dem inhaftierten tschechoslowakischen Reformer Vaclav Havel solidarisiert.
Im damaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt gab es mehrere DDR-erstmalige und DDR-einmalige Aktionen. Der "Weg der Friedlichen Revolution" soll daran erinnern, das Selbstbewusstsein der nachfolgenden Generation stärken helfen und dazu ermutigen, auch in der Gegenwart couragiert das Schicksal in die eigenen Hand zu nehmen.
In Zwickau sind die meisten der Tafeln schon montiert, in Plauen steht das noch bevor. Beide Städte haben für den Herbst entsprechende Gedenkveranstaltungen vorgesehen. Ein „Pilotprojekt“ wurde schon 2005 in Werdau realisiert. Ein ensprechendes Begleitheft ist in der Stadtinformation, im King-Zentrum und in den Kirchen erhältlich.
Die Schilder der Stationen des Weges zeigen einheitlich die DDR-Flagge aus dem Verfassungsentwurf des Zentralen Runden Tisches von 1990 mit der vor dem UNO-Hauptquartier in New York stehenden Skulptur des sowjetischen Bildhauers Jewgeni Wutschetitsch, das die biblische Botschaft „Schwerter zu Pflugscharen“ symbolisiert (Micha 4). Dieses Zeichen hatte sich die Friedensbewegung als einer der Wegbereiter der Friedlichen Revolution zu Eigen gemacht.
Dazu ein Beitrag des MDR Sachsen Region Chemnitz (gesendet am 28.04.2009)
"Revolutionswege" sollen an 1989 erinnern In Crimmitschau ist die erste Gedenktafel zur Erinnerung an die Friedliche Revolution gegen die SED-Herrschaft angebracht worden. Sie wurde an der St.-Franziskus-Kapelle montiert ... mehr
| Einladung zu Vortrag und Diskussion mit dem Politologen Dr. Larry Mobley
Martin Luther King und die DDR
Dienstag, 31. März 2009 19:00 Uhr im Martin-Luther-King-Zentrum Werdau
Am 13. September 1964, wenige Tage nach Verabschiedung des Bausoldatengesetzes der DDR und wenige Wochen vor der Nobelpreisverleihung in Oslo besuchte Martin Luther King Ost-Berlin und sprach vor 3.000 Menschen in der Marienkirche und der Sophienkirche. Es war sein einziger Besuch im Ostblock, weder vom State Departement der USA noch von der DDR-Führung wirklich gewollt.
Welche Stellung hatte Martin Luther King zum Kommunismus? Mit den Worten "Der Antikommunismus hat uns in zu viele Sümpfe geführt" hatte er sich hinter die Kommunisten Du Bois und Neruda gestellt. Andererseits lehnte er an der kommunistischen Ideologie den „kalten Atheismus im Gewand des Materialismus" und den „verkrüppelten Totalitarismus" ab. Umgekehrt hatte die offizielle DDR auch ein gespaltenes Verhältnis zu King. Sie rühmte seine Kritik am USA-System und am Vietnamkrieg, konnte jedoch mit seiner Methode der Gewaltfreiheit nichts anfangen.
Der amerikanische Politologe Dr. Larry Mobley untersucht - ebenso wie das Martin-Luther-King-Zentrum Werdau - die Berührungspunkte zwischen Martin Luther King und der DDR. Dabei geht es um seine Ansichten zum Kommunismus und um das ambivalente Verhalten der staatsoffiziellen DDR gegenüber Martin Luther King. Zum anderen wird der Einfluss seines Gedankengutes auf Kirchgemeinden, die Friedens- und Bürgerbewegung in der DDR im Blick auf die Friedliche Revolution behandelt. Außerdem wird den Kontakten nachgegangen, die es von staatsnaher und staatsunabhängiger Seite zu Martin Luther King gegeben hat.
Den Einführungsvortrag und die Moderation übernimmt der Dr. Christoph Körner, Pfarrer i.R., Erlau. Dr. Larry Mobley, geboren in Orlando/Florida studierte in Chicago, San Diego und Boston Politik und Rechtswissenschaften, besuchte die DDR, lebt und arbeitet z. Zt. in Zielona Gora (Polen).
Informationen Angelika Barbe, Maritta Daum, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Tel. 0351 85318-44, -30, Fax 0351 85318-77, V.-Nr. 22 39 E-Mail:
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, maritta.daumCslpb.smk.sachsen.de
| Freie Presse Werdau-Crimmitschau, Samstag, 31. Januar 2009
Wie sich die Opposition auf die letzte Wahl in der DDR vorbereitete
Friedensbibliothek Zwickau und Friedensseminar Königswalde begannen im Januar 1989 mit den Informationen zu Gegenstimmungen und Enthaltung bei der Kommunalwahl
Zwickau. „Warst Du auch schon zur Volkszählung?" hieß es vor mehr als 20 Jahren, wenn sich zwei DDR-Bürger auf der Straße trafen. 90 Prozent der Bürger, glaubt der Bürgerrechtler Erwin Killat, sind die DDR-Wahlen deshalb auch egal gewesen: „Es gab nichts zu entscheiden." Bei den Kommunalwahlen im Mai 1989 sollte es anders werden. Die Vorbereitungen auf dieses Ereignis begannen im Januar. Am 14. des Monats traf sich der Vorbereitungskreis des Friedensseminars Königswalde zur Klausurtagung in Neukirchen. Dabei formulierten die Teilnehmer eine Eingabe an die sächsische Landessynode, in den Gottesdiensten darauf aufmerksam zu machen, wie Gegenstimme oder Stimmenthaltung zu Stande kamen. Schließlich genügte es nicht, den Wahlzettel einfach mit einem großen Kreuz durchzustreichen. Ein Kandidat, der nicht von den beiden Strichen erfasst wurde galt als gewählt. Es musste deshalb jeder einzelne Kandidat der Einzelliste auch einzeln durchgestrichen werden. Das wiederum brauchte Zeit, vorzugsweise natürlich in der Wahlkabine. Die suchten allerdings nur wenige Menschen auf. „Uns ging es auch darum, dass die Menschen ihre Stimme nicht einfach so abgaben, wie das erwartet wurde, sondern dass sie die Wahlkabine benutzten", sagt Bernd Gerber, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Werdauer Martin-Luther-King-Zentrums, in dem sich heute der Bestand der Friedensbibliothek befindet. Viele Menschen im damaligen Landkreis Werdau hat er in Gesprächen mit der grauen Theorie vertraut gemacht. Aus eigener Erfahrung weiß er, welche Überwindung es den Einzelnen am Wahltag kostete, die Kabine aufzusuchen. Und das nicht nur, weil diese nicht immer leicht zu finden oder, das andere Extrem, leicht einsehbar war. Viel schlimmer: Wer in die Wahlkabine ging, wurde registriert. Gerber kann sich an das Bleistiftkreuzchen neben seinem Namen noch genau erinnern. „Das ging völlig mechanisch, man hatte nicht einmal gewartet, bis ich das Wahllokal verlassen hatte." Kein Einzelfall, sondern System. Entsprechend groß die Verunsicherung in der Bevölkerung. Die Leute waren hungrig nach Informationen, die bis dahin tabu waren. „Wir haben dabei immer dafür geworben, zur Wahl zu gehen, weil es nichts bringt, sich zu enthalten, weil ja aus denen, die zur Wahl gegangen sind, 100 Prozent gemacht wurden", so Gerber. Weder die Mitglieder der Friedensbibliothek noch des Friedensseminars wollten die DDR abschaffen. Das Ziel lautete nur: demokratische Wahl. (CW)FP, Christian Wobst
| Interview des Radiosenders Life Channel aus der Schweiz am Mittwoch, 21. Januar 2009, mit Georg Meusel zum Thema
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| Interview des Radiosenders Life Channel aus der Schweiz zum 80. Geburtstag von Martin Luther King am Donnerstag, 15. Januar 2009, mit Georg Meusel zum Thema
"80 Jahre Martin Luther King - was ist geblieben?" Anhören ...
| Martin Luther King - Zum 80. Geburtstag Fernsehsendung auf Bayern Alpha
11.01.2009 22.30 Uhr "Rückblende"
Eine "Lange Nacht" über Martin Luther King
Am 15. Januar 2009 wäre der Bürgerrechtler Martin Luther King jr. 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass senden DLF und Deutschlandradio Kultur eine "Lange Nacht" über King. Und zwar zunächst in der Nacht vom Freitag, den 16.01.09 auf Samstag, den 17.01.09, von 00.05 Uhr bis 03.00 Uhr auf Deutschlandradio Kultur. Wiederholt wird die Sendung dann gleich noch einmal am Samstag, den 17.01.09, von 23.05 Uhr bis 02.00 Uhr im Deutschlandfunk.
Das Attentat auf Martin Luther King Im April 2008 produzierte der SWR (gemeinsam mit RBB und ORF) ein Feature über das Attentat auf Martin Luther King, das sich seinerzeit zum 40. Mal jährte. Aus Anlass von Kings bevorstehendem 80. Geburtstag im Januar 2009 wiederholen nun gleich drei Sender diese Produktion. Den Anfang macht am Samstag, den 10.01.2009, ab 09.05 Uhr der ORF, der das Feature in Ö1 noch einmal ausstrahlt. Am selben Tag bringt der WDR die Sendung ab 12.05 Uhr auf WDR 3. Und am Sonntag, den 11.01.2009 läuft die Sendung erneut - diesmal ab 09.05 Uhr im Nordwestradio (Radio Bremen).
Siehe dazu: http://www.funkschreiber.de/aktuelle-sendetermine/
Weitere Links zu Martin Luther King:
http://www.denkmal-aktuell.de/Vorschau.476.0.html http://www.picturedesk.com/de/special/special/928/martin-luther-king-80-geburtstag.html
| Die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V.lädt zu einer Tagung über Martin Luther King und Barack Obama am 23. und 24. Januar 2009 in die Lutherstadt Wittenberg ein:
The dream lives on Wird der Traum jetzt Wirklichkeit?
Martin Luther King und die neue Regierung Barack Obama
Der Martin Luther King Day in den USA wird 2009 unter besonderen Vorzeichen stehen:
Fünf Tage nach dem 80. Geburtstag Kings wird mit Barack Obama der erste Afro-Amerikaner in das Amt des US-Präsidenten eingeführt. Ist das ein später Erfolg des 1968 ermordeten Bürgerrechtlers King? Wird der künftige US-Präsident aus diesen Wurzeln Kraft für eine neue Politik schöpfen? Wird ein Ruck durch die Weltpolitik gehen, hin zu mehr Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit? Leitung: Jörg Göpfert, Friedrich Kramer, Jean Godsall-Myers (Evangelical Lutheran Church in America) und Georg Meusel (Martin-Luther-King-Zentrum Werdau/Sachsen).
Programm mit den Einzelheiten und den Tagungsgebühren unter: http://www.ev-akademie-wittenberg.de/downloads/programm2008-01-09.pdf
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